Ivan Krastev und Thomas Arnoldner zu Europas Zukunft

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Ivan Krastev beim European Forum Alpbach 2026

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Der Politikwissenschaftler Ivan Krastev und der designierte Öbag-Chef Thomas Arnoldner sind sich einig: Europa fehlt es an Speed, Risikobereitschaft, und das eigene Geld wird in den USA investiert. Die Vergangenheit, in der es gut lief, steht über der Zukunft.

Auf die Frage, wie Europa gewinnen kann, die über dem diesjährigen Europäischen Forum Alpbach schwebte, hat Ivan Krastev eine überraschende Antwort: indem wir uns trauen, mehr zu wetten. „Wenn du glaubst, dass es morgen anders sein wird als heute, musst du als politischer Führer oder Unternehmer entscheiden, worauf du setzt. Wenn du falschliegst, ist das immer noch besser, als zu warten und nichts zu tun“, sagte der bekannte bulgarische ­Politologe, der auch in Wien lehrt, beim trend-Gespräch gemeinsamen mit dem designierten Öbag-Chef Thomas Arnoldner in den Tiroler Bergen.

Unbestritten für Krastev ist, dass es die EU braucht, wenn wir in der Welt wettbewerbsfähig sein wollen. Weil gleichzeitig aber die Fragmentierung der politischen Landschaft voranschreitet, zieht er aber den Schluss, „dass es unrealistisch ist, zu glauben, man müsse immer gemeinsam agieren. Schweden, Finnland und Polen schauen zum Beispiel ganz ­anders auf den Ukrainekrieg als Spanien oder Portugal. Wenn jeder bei allem an Bord sein soll, hast du immer ­suboptimale Lösungen.“ Man müsse nicht warten, bis jeder ­einzelne EU-Staat einer Kapitalunion zustimmt. „Es reicht eine kritische Masse an Ländern, die vorangehen. Wenn es funktioniert, werden sich andere anschließen. Jedes Land soll Projekte pushen, die zu Hause populär sind, und in einer sich rasant bewegenden Welt viel risiko- und experimentierfreudiger agieren können. Die EU-Kommission sollte dabei der Koordinator sein. Bislang wurde das immer als großes Risiko gesehen, wäre aber aus meiner Sicht eine große Chance, die Energien freisetzen und ­internen Wettbewerb schaffen kann.“

Der Manager Arnoldner pflichtet dem Wissenschaftler bei: „Der größte Mangel Europas ist Geschwindigkeit, bei technologischer Innovation und auch bei politischen Entscheidungen. Speed ist die neue Währung – auf den Märkten und geopolitisch. Europa muss seine Institutionen reformieren. Ich halte etwa die EU-Erweiterung für alternativlos, sie birgt allerdings die Gefahr, noch langsamer zu werden. Deswegen muss man zu neuen politische Mechanismen finden.“ (...)

Lesen Sie den ganzen Artikel im trend.PREMIUM vom 25. September 2026.

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