
Transformationsdruck prägt das Tagesgeschäft produzierender Unternehmen. Wer Maschinen, Anlagen oder Industriegüter für eine global verteilte Kundschaft herstellt, muss einen anspruchsvollen Balanceakt meistern: Wettbewerbsfähigkeit sichern und Wege zum Wachstum erschließen. Tatsächlich haben viele Betriebe in den vergangenen Jahren ihre Prozesse optimiert, Kostenprogramme umgesetzt und operative Strukturen widerstandsfähiger gemacht.
Diese Arbeit bleibt wichtig. Doch sie reicht nicht mehr aus, wenn Märkte volatiler werden, Kunden internationale Preis- und Leistungsmaßstäbe anlegen und technologische Entwicklungen neue Spielregeln schaffen. In dieser Situation muss die gesamte Wertschöpfungskette überdacht werden – von der Produktidee bis zur Auslieferung – damit Unternehmen dauerhaft ihre Position im Weltmarkt sichern können.
Handlungsprioritäten für die produzierende Industrie
Um dies zu erreichen, sind Prioritäten zu setzen. Erstens beim Produktportfolio: Alles muss auf den Prüfstand, insbesondere überbordende Komplexität, wenn sie nicht vom Kunden bezahlt wird. Zweitens in der Weiterentwicklung von Produktions- und Wertschöpfungsnetzwerken, um Variantenvielfalt, kleinere Losgrößen und globale Marktanforderungen wirtschaftlich zu beherrschen. Drittens bei einer Stärkung der Supply-Chain-Resilienz sowie der Kompetenzen im globalen Einkauf. Viertens bei der konsequenten Digitalisierung der Prozesse in Richtung Effizienz und Nachhaltigkeit. Und letztendlich treibt dies im Idealfall – fünftens – eine Erweiterung des Geschäftsmodells voran. Etwa über Service-, Ersatzteil- und Lifecycle-Leistungen, die Kundenbindung und Ertragskraft über den Produktverkauf hinaus stärken.
Wachstumsspielräume sichern
Eine Konzentration auf diese Handlungsfelder ist sinnvoll, da die strukturellen Ursachen für den Veränderungsdruck in mehreren Dimensionen verortet sind: Im deutschen Maschinen- und Anlagenbau beispielsweise bei zunehmend schwerer zu kalkulierenden Auftragseingängen, der allgemeinen Investitionszurückhaltung in Europa und hohen Standortkosten. Zugleich entstehen neue Wachstumsfelder, wo industrielle Kernkompetenz mit Zukunftstechnologien verbunden wird: etwa bei der Industrialisierung von Elektrolyseuren, beim Ausbau von Wasserstofftechnologien oder in der Robotik und Automation.
Wer im Spannungsfeld zwischen aktuellen Herausforderungen und zukünftigen Chancen die richtigen Entscheidungen treffen will, sollte zudem nicht nur auf neue oder verbesserte Produkte als Schlüssel zu einer erfolgreichen Transformation setzen. Ebenso wichtig ist es, die betrieblichen Wertschöpfungsprozesse neu zu justieren, so dass F&E, Einkauf, Produktion und Service schneller, vernetzter und wirtschaftlicher interagieren.
Dass dieses Vorgehen erfolgversprechend ist, verdeutlicht uns Österreich. Im Land ist eine starke industrielle Basis in Maschinenbau, Metallverarbeitung, Automatisierung, Mobilität und Energie vorhanden. Aufgrund der Größe und Offenheit der Volkswirtschaft existieren widerstandsfähige Wertschöpfungsnetzwerke – diese sind anschlussfähig an neue Marktentwicklungen, etwa im Bereich der industriellen Dekarbonisierung oder im Kontext einer Umsetzung neuer Speicher- und Infrastrukturkonzepte.
Österreichische Industriegüterhersteller halten zudem starke Positionen in spezialisierten Nischen, vom Anlagenbau und Automatisierungstechnologien über Fördertechnik bis hin zu industriellen Energielösungen. Unternehmen wie Andritz, Palfinger, Doppelmayr, Engel oder Plasser & Theurer zeigen exemplarisch, wie internationale Marktpräsenz, technologische Spezialisierung und kontinuierliche Produktivität zusammenwirken können, um sich auch in einem herausfordernden Umfeld Wachstumsspielräume zu erobern und zu sichern.
Operative Exzellenz: mehr als ein Kostenthema
Doch was bedeutet dies konkret für Entscheider im Tagesgeschäft – etwa, wenn Produktionsnetzwerke neu ausgerichtet, Einkaufsorganisationen professionalisiert oder Fabriken neugestaltet werden? Hier ist operative Exzellenz ein wichtiger Faktor, um voranzukommen. Unter dem Begriff verstehen wir, Wertschöpfung so auszurichten und zu steuern, dass Unternehmen schneller, effizienter und widerstandsfähiger werden.
Operative Exzellenz kann dann ihre volle Wirkung entfalten, wenn sie nicht isoliert in einzelnen Funktionen ansetzt, sondern als verbindendes „Betriebssystem“ für Strategie, Wertschöpfung und Umsetzung verstanden wird. Dabei geht es stets um denselben Kern: Transparenz über die tatsächlichen Leistungstreiber schaffen, Komplexität beherrschbar machen und Maßnahmen so priorisieren, dass sie schnell wirksam werden und zugleich langfristig tragfähig bleiben. Wie das in der Praxis funktioniert, veranschaulichen die folgenden Beispiele für Transformationsprojekte von EFESO.
Erfolgreich werden Unternehmen sein, die operative Exzellenz nicht als reines Kostenthema verstehen, sondern als Plattform für Transformation.
Der messbare Nutzen entsteht dort, wo operative Hebel konsequent miteinander verknüpft werden. In EFESO-Projekten passen Unternehmen beispielsweise direkte und indirekte Bereiche an und verbessern die Auslastung von Infrastrukturen und Maschinen im zweistelligen Prozentbereich. In anderen Vorhaben wurden mehr als 450 technische und kaufmännische Einsparmaßnahmen identifiziert, kurzfristige Cost-out-Potenziale von über zehn Prozent realisiert oder Fabrikplanungen neu aufgesetzt, so dass sich Transportaufwände um 35 Prozent und Durchlaufzeiten um 40 Prozent reduzieren ließen. Auch zweistellige Effizienzsteigerungen in Montagelinien oder in Einkaufsprozessen zeigen, dass Performanceverbesserung in den operativen Routinen verankert werden sollte.
Erfolgreich werden dabei jene Unternehmen sein, die operative Exzellenz nicht als reines Kostenthema verstehen, sondern als Plattform für Transformation. Denn nur in einem Umfeld aus Veränderungsbereitschaft und Exzellenz können die genannten Punkte erfolgreich in einem größeren, auch globalen Wertschöpfungsnetzwerk umgesetzt werden.
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EFESO Case Study: Mit vollem Schub in die Zukunft
Ein börsennotierter Hersteller von Energietechnologie richtet eines seiner operativen Segmente neu aus: Die Dampfturbinen-Einheit soll ein unternehmensweites Signal zur Leistungs- und Zukunftsfähigkeit setzen. EFESO begleitet das Unternehmen durch ein strukturiertes OPEX-Assessment in drei Werken. Weiter zur Case Study
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Industrial Manufacturing mit EFESO: Leistungsspektrum und Kundenstimmen
https://www.roi.de/unternehmensberatung/referenzen/industrial-manufacturing
Studien-Kooperation EFESO und Lünendonk® "Industry Performance 2026"
https://www.roi.de/unternehmensberatung/top-themen/luenendonk-studie-2026-industry-performance
Informationen zum Autor
Dr. Thomas Troll ist Senior Partner und „Global Head of Industrial Manufacturing“ bei den EFESO Management Consultants.
Mit mehr als 25 Jahren Beratungserfahrung transformiert er mit Fertigungsunternehmen deren betriebliche Abläufe im Sinne von Exzellenz und Nachhaltigkeit. Zu seinen Fachgebieten zählen die strategische Neugestaltung von Global Footprint-Strukturen, die Optimierung der Lieferkette sowie die Digitalisierung wertschöpfender Prozesse. In diesem Rahmen realisierte er bereits in mehr als 20 Ländern und 200 Betrieben Standortanalysen.
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Gemeinsam mit unseren Kunden verbessern wir die operative Exzellenz, gestalten adaptive Supply Chains, digitalisieren industrielle Prozesse, beschleunigen die Produktentwicklung und setzen Transformationsvorhaben erfolgreich um.