
Silvia Angelo gilt dank ihrer guten Kontakte in die Politik als klare Favoritin für den Mitte 2027 frei werdenden ÖBB-Chefsessel.
©ÖBB/Sebastian PhilippNicht nur in der Staatsholding Öbag, auch beim Verbund und bei den ÖBB kommt es zu wesentlichen Umwälzungen an der Spitze.
Nach dem heißen Sommer folgt ein ebenso heißer Herbst, jedenfalls bei staatlichen oder teilstaatlichen Personalbesetzungen (wer die Favoriten im Rennen um den Chefjob bei der Öbag sind, lesen Sie hier).
Besonders spannend wird es aber auch bei den ÖBB, wo bekanntlich der Vertrag von Holdingchef Andreas Matthä Ende Juni 2027 ausläuft. Eine Ausschreibung für diesen Topjob wird jedenfalls für diesen Herbst erwartet. Und die Chancen stehen gut, dass erstmals eine Frau an die Spitze der Bundesbahnen gelangen könnte.
Silvia Angelo, die aktuell noch im Vorstand der ÖBB-Infrastruktur ist, gilt als klare Favoritin, obwohl sie sich mit ihrer Entscheidung, sich nicht erneut für den Infrastruktur-Vorstandsposten zu bewerben, nicht unbedingt Freunde im von Peter Hanke geführten Infrastrukturministerium gemacht haben dürfte. Zu sehr erinnerte das an Clemens Pig, der sich wenige Wochen zuvor auch nicht mehr als APA-Chef beworben hat – in der Erwartung, dass seine Mandatierung als ORF-Chef ohnehin fix ist. Das erweckte doch ein wenig zu sehr den Eindruck politischer Packelei und wurde von den Oppositionsparteien heftig kritisiert. Ernst zu nehmende Alternativvorschläge zur 56-jährigen Bahnmanagerin hört man dennoch wenige Wochen vor Start der Ausschreibung nicht. Zu gut sind ihre Beziehungen innerhalb der SPÖ.
Der Holding-Vorstand könnte aber laut trend-Informationen auf drei Personen erweitert werden. Das wird Teil der von Hanke geplanten Reform der ÖBB, in der die Holding aufgewertet werden soll, während die Töchter an Macht verlieren. Als Kandidat für diesen dritten Holdingvorstand wird Johann Pluy, aktuell auch noch im Infrastruktur-Vorstand, genannt. In der ÖBB-Personenverkehr AG ist es bereits fix, dass der Vorstand nach dem Abgang von Klaus Garstenauer auf nur zwei Manager reduziert wird.
Noch vor der Entscheidung über die neue ÖBB-Spitze wird aber eine andere wichtige Personalie im staatsnahen Bereich virulent: Bis Ende August läuft die Ausschreibung für den Finanzvorstand beim Verbund. Bekanntlich wechselt Peter Kollmann zur Bank of America. Die Zahl der beim Personalberater eingehenden Bewerbungen für seine Nachfolge soll ähnlich hoch wie bei der Ausschreibung des Öbag-CEO sein. Kein Wunder, ist der Posten doch sehr gut bezahlt – Kollmann verdiente zuletzt 1,7 Millionen Euro.
Laut Marktgerüchten könnte es beim Energiekonzern aber noch zu weiteren Personalrochaden kommen. Demnach ist Susanna Zapreva, im Vorstand zuständig für Renewables, alles andere als glücklich in ihrem Job, weil sie mangels Geld keine Projekte umsetzen könne. Ihr Vertrag läuft Ende 2027 aus. Ob sie verlängert, ist fraglich. Achim Kaspar wiederum, zuständig für Wasserkraft und Digitalisierung, wird als FP-Mann von der SPÖ ungern auf dem Vorstandsposten gesehen. Allerdings läuft sein Vertrag offiziell noch bis Ende 2028. Eine Verbund-Sprecherin wollte diese Gerüchte auf trend-Anfrage nicht kommentieren.