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US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, das Pentagon anzuweisen, jegliche militärische Angriffe auf iranische Kraftwerke und die Energieinfrastruktur für fünf Tage auszusetzen. Die Aussetzung sei aber vom Erfolg laufender Treffen und Gespräche abhängig, teilte Trump mit. In den beiden vergangenen Tage habe es gute und produktive Gespräche mit dem Iran gegeben. Der Iran dementierte die Aussagen Trumps, wonach Verhandlungen zwischen Teheran und Washington liefen, umgehend. Es gebe keinerlei direkte Kontakte zu Trump, auch nicht über Vermittler, hieß es in Berichten der Nachrichtenagenturen FARS und Tasnim, die Irans mächtigen Revolutionswächtern nahestehen.
Aus Sicht von Raiffeisen-Research-Chefanalyst Gunter Deuber ist der europäische Wirtschaftsaufschwung "für heuer scheinbar abgesagt". Derzeit gehe man von einem "adversen Szenario" in Nahost aus, bei dem die kriegerischen Handlungen in den kommenden Monaten andauern und die Straße von Hormuz blockiert bleibt. Für Österreich würde das ein Wachstum von nur noch 0,3 Prozent bedeuten, nach erwarteten gut 1 Prozent für 2026, so Deuber am Montag bei einer Pressekonferenz vor der Ankündigung Trumps. Grund für die eingetrübten Erwartungen sei vor allem der steigende Ölpreis und seine Folgen für die Konjunktur und das allgemeine Preisniveau.
An der ATX-Spitze präsentierten sich die Werte von Lenzing und AT&S. Der oberösterreichische Faserhersteller gewann 6,73 Prozent, der steirische Halbleiterhersteller legte um 6,4 Prozent zu. voestalpine stiegen um 4,25 Prozent.
Palfinger kehrte mit dem heutigen Handelsstart an Stelle des Immobilienunternehmens CPI Europe (früher Immofinanz) in den österreichischen Leitindex zurück. Zuletzt war der Salzburger Kranhersteller 2010 im ATX gelistet. "Das wird uns international helfen, leichteren Zugang zu Investoren zu erhalten", hatte Palfinger-Finanzchef Felix Strohbichler bei der Bekanntgabe der Änderung Anfang März gesagt. Die Werte von Palfinger gaben allerdings 3,96 Prozent nach.
Verluste gab es vor allem bei den Energie-Werten. Verbund lagen am unteren ATX-Ende mit einem Minus von 5,17 Prozent. EVN verloren 2,54 Prozent, SBO 2,13 Prozent.
Die Erste Group Research beließ bei Kapsch TrafficCom das Kursziel von 5,80 Euro sowie die Empfehlung "Hold" bei. Der Iran-Krieg könnte mittelfristig auf das Geschäft negativ wirken, so die Erste-Analysten. Die Aktien des Mautsystemanbieters notierten zu Handelsschluss bei 5,42 Euro um 3,04 Prozent höher.