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Im Zentrum des internationalen Interesses stehen neben dem Dauerthema USA gegen den Iran um die Straße von Hormuz, die Zinsentscheidungen in Japan, Europa und den USA in dieser Woche. In Japan blieb der Leitzins unverändert, wie die Bank of Japan am Dienstag mitteilte. Am Mittwoch folgt die US-Notenbank (Fed). Für Donnerstag sind dann die Sitzungen der EZB und der Bank of England anberaumt.
Zudem sind die Inflationserwartungen der Verbraucher in den Euro-Ländern im März wegen der stark gestiegenen Energiepreise infolge des Iran-Krieges nach oben geschnellt. Im Mittel rechnen sie in den kommenden zwölf Monaten mit einer Teuerungsrate von 4,0 Prozent, wie die Europäische Zentralbank (EZB) am Dienstag zu der von ihr in Auftrag gegebenen Umfrage mitteilte. Im Februar lag dieser Wert noch bei 2,5 Prozent. "Zinssenkungen dürften vorerst vom Tisch sein. Allgemein werden nun für dieses Jahr ein bis zwei Zinserhöhungen erwartet. Möglich ist ein Zinsschritt bereits im Juni und ein weiterer im Herbst", schreibt Christian Henke, Marktanalyst beim Broker IG Markets, in einer Markteinschätzung.
Der Iran hat einen neuen Verhandlungsvorschlag vorgelegt. Die USA lehnen diesen ab, da es keine Klärung des Atomprogramms gibt. Die Verhandlungen treten laut Experten auf der Stelle, die Krise werde prolongiert.
Österreichs Unternehmen bekommen die geopolitischen Spannungen verstärkt zu spüren. Angesichts des Iran-Kriegs und der Störungen auf der wichtigen Straße von Hormuz fühlen sich aktuell zwei Drittel der Exportbetriebe "sehr stark" oder "eher stark" von höheren Energiepreisen betroffen, wie aus einer Online-Umfrage vom März im Auftrag der Oesterreichischen Kontrollbank (OeKB) hervorgeht. Zu Jahresbeginn 2024 war es lediglich jedes zweite Unternehmen.
Bei den Unternehmen ziehen heute am heimischen Aktienmarkt die Strabag, Mayr-Melnhof und Palfinger mit Zahlen die Blicke auf sich. Österreichs größter Baukonzern Strabag hat seine Gewinne 2025 kräftig gesteigert. Das Konzernergebnis legte gegenüber dem Jahr davor um 11 Prozent auf 916,28 Mio. Euro zu. Der Gewinn je Aktie (EPS) stieg um 8 Prozent von 7,35 auf 7,94. Im Verlauf verloren Strabag-Titel trotzdem 0,8 Prozent auf 85,00 Euro.
Der Verpackungskonzern Mayr-Melnhof (MM) wiederum hat im ersten Quartal 2026 einen Umsatz- und Gewinnrückgang verzeichnet. Die Umsatzerlöse sanken im Jahresvergleich um 11,0 Prozent auf 927,5 Mio. Euro. Das bereinigte betriebliche Ergebnis ging um 19,4 Prozent auf 49,1 Mio. Euro zurück. Zu Mittag wiesen die Papiere von Mayr-Melnhof noch ein minimales Plus auf, mittlerweile sind sie mit minus 4,3 Prozent auf 81,60 Euro zurückgekommen. Damit bildeten sie das Schlusslicht im ATX Prime-Segment.
Der Kran-Spezialist Palfinger ist gut ins Jahr 2026 gestartet. Im ersten Quartal 2026 machte Palfinger 561,5 Mio. Euro Umsatz, das bedeutete einen Anstieg um 1,6 Prozent im Jahresabstand. Der operative Gewinn (EBIT) legte um 3 Prozent auf 41,3 Mio. Euro zu. Palfinger bauten 3,5 Prozent auf 35,60 Euro ab.
Ebenfalls mit einem Verlust zeigte sich das Schwergewicht Verbund, das 3,5 Prozent verlor. Im Spitzenfeld konnte man mit der OMV ein weiteres Schwergewicht finden. OMV wiesen ein Plus von 1,1 Prozent aus und folgten dem europäischen Trend, wo Öl- und Gaswerte klar zulegten. Spitzenreiter im ATX Prime waren Bajaj Mobility mit einem Zuwachs von 1,6 Prozent.
Die schwergewichteten Banken performten unterschiedlich. Erste Group gewannen 0,3 Prozent, BAWAG 0,2 Prozent, Raiffeisen Bank International (RBI) verloren dagegen leichte 0,2 Prozent.
++ ARCHIVBILD/THEMENBILD ++ ZU APA0692 VOM 12.3.2020 - Illustration zum Thema Wiener Börse. Im Bild: Das Logo der Wiener Börse aufgenommen am 19. Dezember 2018, in Wien. Die Wiener Börse hat am Donnerstag, 12. März 2020, inmitten einer internationalen Börsentalfahrt mit einem neuen Rekordverlust geschlossen. Der ATX fiel um 314,73 Punkte oder 13,65 Prozent auf 1.991,22 Einheiten. (ARCHIVBILD VOM 19.12.2018)