Wiener Börse am Nachmittag gut behauptet

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Der Wiener Aktienmarkt hat sich am Freitagnachmittag gut behauptet gezeigt. Nach freundlichem Start musste der heimische Leitindex ATX seine Zugewinne großteils wieder abgeben und lag zuletzt mit einem kleinen Plus von 0,14 Prozent bei 6.570,07 Punkten. Der breiter gefasste ATX Prime befestigte sich um 0,20 Prozent auf 3.225,53 Zähler.

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Das europäische Börsenumfeld tendierte einheitlich klar fester und erholte sich damit etwas von den jüngsten Kursverlusten. Marktbeobachter sprachen von einem Stabilisierungsversuch und verwiesen auf eine Entspannung an den Anleihenmärkten. Zudem ließ der Preisdruck am Ölmarkt etwas nach - hier beruhigte ein Dementi von US-Präsident Donald Trump zu Medienberichten zu neuen US-Angriffen gegen den Iran.

Unter den Einzelwerten rückten die Aktien der OMV mit einem Minus von 3,2 Prozent in den Fokus. Staatlich verordnete "Solidaritätsbeiträge" in Österreich und Rumänien belasten das Ergebnis des teilstaatlichen Öl-, Gas- und Chemiekonzerns OMV im dritten Quartal 2026 voraussichtlich mit 150 Mio. bis 200 Mio. Euro. Wie das Unternehmen am Freitag in seinem Trading Update mitteilte, schlagen die Abgaben als Sondereffekt auf den ausgewiesenen Periodenüberschuss durch. Operativ profitierte der Konzern von einer spürbar gestiegenen europäischen Raffinerie-Referenzmarge.

Das Trading Statement deutet auf ein starkes drittes Quartal im Bereich Kraftstoffe hin, schrieben die Experten der Erste Group in einem Kommentar. Auch die Energieproduktion übertraf die Erwartungen, obwohl das Ausbleiben von Rohöllieferungen aus dem Nahen Osten zu einer Ergebnisbelastung von 100 Mio. Euro führt. Der Bereich Chemie dürfte sich hingegen als Schwachstelle erweisen, so die Erste Group-Experten weiter.

Schwächer tendierten auch AT&S mit einem Abschlag von 1,6 Prozent. Hingegen zogen voestalpine um 6,6 Prozent auf 45,16 Euro an und waren damit die größten ATX-Gewinner. Die Analysten der UBS haben die Anlageempfehlung für die Aktien des Stahlkonzerns von "Neutral" auf "Buy" angehoben. Gleichzeitig wurde das Kursziel von 49,00 Euro auf 64,00 Euro je Anteilsschein erhöht.

Die Analysten von Berenberg haben ihr Kursziel für Wienerberger von 25,0 auf 19,0 Euro gesenkt, die Kaufempfehlung "Buy" wurde bestätigt. Aktien des Baustoffkonzerns gewannen zuletzt 2,0 Prozent auf 15,65 Euro.

Der Baukonzern Porr hat am Donnerstag einen Aktienrückkauf um bis zu 15 Mio. Euro beschlossen. Höchstens 392.782 Aktien bzw. 1 Prozent des Grundkapitals will das Unternehmen erwerben - zu einem Preis zwischen 1,0 Euro und "maximal 10 Prozent über dem durchschnittlichen, ungewichteten Börsenschlusskurs der dem Aktienrückerwerb vorhergehenden zehn Börsetage", teilte Porr mit. Porr-Aktien gaben um 2,4 Prozent nach.

Impulse für die Börsen könnte jetzt der am Nachmittag noch anstehende Index des Verbrauchervertrauens der Uni Michigan liefern. Das Barometer der Konsumstimmung gilt als wichtiger Frühindikator. Angesichts der anhaltend hohen Benzin- und Dieselpreise sollten die Erwartungen hier nicht zu hoch angesetzt werden, schreiben die Analysten der Helaba. "Andere Umfragen haben allerdings keine weiteren Rückgänge gemeldet und so zeichnet sich für das Michigan Sentiment ein unverändert niedriger Wert ab", so die Experten.

WIEN - ÖSTERREICH: FOTO: APA/APA/ROLAND SCHLAGER/ROLAND SCHLAGER

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