
von
Die Belastungen gingen dabei weit über Zölle hinaus: Mehr als zwei Drittel der befragten Betriebe mit US-Geschäft sprachen von einer handelspolitischen Unsicherheit. 54 Prozent berichteten von steigenden Kosten in den Zollverfahren und wachsender Bürokratie.
"Ausgerechnet die USA, die der EU regelmäßig übermäßige Bürokratie vorhalten, treiben mit ihrer Zollpolitik selbst den administrativen Aufwand massiv in die Höhe", sagte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier. "Gerade die komplexen Vorgaben bei Stahl- und Aluminiumzöllen bringen viele Unternehmen an ihre Belastungsgrenze." 37 Prozent aller befragten Unternehmen seien von sektoralen Zöllen auf Stahl und Aluminium betroffen, im Maschinenbau seien es sogar 62 Prozent.
Wechselnde Rechtsgrundlagen
Erklärtes Ziel von Trump ist es, mit den Zöllen höhere Einnahmen zu generieren, aber auch Investitionen in die USA zu locken. Treier sagte, die Kombination aus Zöllen und Unsicherheit führe jedoch zu Zurückhaltung. Die Hälfte der deutschen Unternehmen plant, Investitionen in den USA zu reduzieren oder bereits angekündigte Projekte zu verschieben. "Immer neue Zollankündigungen, wechselnde Rechtsgrundlagen und ungeklärte Rückerstattungsfragen schaffen keine Stabilität, sondern sorgen für Verunsicherung. Für exportorientierte Betriebe ist das Gift."
Knapp drei Viertel der Unternehmen gaben an, die neuen US-Zölle ganz oder teilweise an US-Kunden weiterzugeben. Das schwächt wegen höherer Preise aber auch ihre Wettbewerbsposition. Für 13 Prozent der Betriebe sind laut DIHK die Konsequenzen gravierend: Ihre Exporte in die USA gehen spürbar zurück oder brechen ganz weg.
COACHELLA - USA: FOTO: APA/APA/GETTY IMAGES NORTH AMERICA/MARIO TAMA