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Der Dow Jones verlor gut eine Stunde nach Eröffnung 1,21 Prozent auf 46.841,16 Einheiten. Für den S&P-500 ging es um 1,14 Prozent auf 6.698,74 Zähler hinab. Der Nasdaq Composite sackte um 1,54 Prozent auf 22.366,60 Punkte ab.
Anleger scheuten weiter Risiken. Denn zum einen wurden in irakischem Gewässer zwei Öltanker angegriffen, und zum anderen verunsicherten Aussagen von Irans neuem Religionsführer und Staatsoberhaupt. Modschtaba Chamenei forderte Rache für die Opfer im Krieg gegen die USA und Israel. Auch müsse "weiterhin der Hebel der Blockierung der Straße von Hormuz genutzt werden". Sie ist ein Nadelöhr der globalen Energieversorgung.
"Der Iran hat es mit vergleichsweise begrenzten Mitteln geschafft, den für die Weltwirtschaft so wichtigen Seetransport durch die Straße von Hormuz den mittlerweile zwölften Tag in Folge lahmzulegen", konstatierte Chefmarktanalyst Jochen Stanzl von der Consorsbank. Die beiden brennenden Tanker vor der Küste Iraks und die Evakuierung des Ölhafens im Oman demonstrierten Irans unveränderte Bereitschaft, Öl als Waffe einzusetzen. "Solange der Iran die Straße von Hormuz kontrolliert, werden sich die Finanzmärkte nicht nachhaltig beruhigen."
Eine Blockade der Straße von Hormuz über längere Zeit hätte dramatische Auswirkungen auf die Weltkonjunktur. Ein kräftiger Schub bei den Öl- und Gaspreisen könnte jeglichen Wirtschaftsaufschwung im Keim ersticken. Die IEA spricht bereits von der "größten Versorgungsstörung in der Geschichte des globalen Ölmarktes".
Aktien aus der Energie- und Düngemittelbranche legten angesichts von Angebotsverknappungen zu. So stiegen Chevron oder ConocoPhillips im Ölsektor um jeweils zwei Prozent, Nutrien gewannen im Düngerbereich 6,2 Prozent und Mosaic sogar etwas mehr als sieben Prozent.
Aktien aus der Reisebranche wie Delta Air Lines oder auch United Airlines oder Royal Caribbean weiteten ihre Verluste um bis zu über fünf Prozent aus, denn mit dem Ölpreis steigen die Kosten.
Hims & Hers Health gaben nach vorbörslichen Gewinnen um 3,1 Prozent nach. Der Telemedizinanbieter hatte sich vor wenigen Tagen im Streit mit Novo Nordisk um den Vertrieb umsatzstarker Medikamente des dänischen Pharmakonzerns geeinigt, was zeitweise für Aufschwung sorgte.
Im Fokus stehen zudem die Aktien des Online-Dating-Unternehmens Bumble mit einem Plus von 33 Prozent. Bumble überzeugte mit einer über den Erwartungen liegenden Prognose für das operative Ergebnis im ersten Quartal.