Teamviewer kappt Umsatzprognose

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Quartalsumsatz gesunken
 © DPA, Andreas Arnold, APA
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Der deutsche Software-Anbieter Teamviewer rechnet wegen verzögerter Vertragsabschlüsse bei Großkunden und wegen wirtschaftlicher Unsicherheiten in diesem Jahr nicht mehr mit einem Umsatzwachstum. So dürfte der Erlös währungsbereinigt gegenüber dem Pro-forma-Wert des Vorjahres um 1 bis 2 Prozent sinken, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Bisher war ein Abschneiden mindestens auf Vorjahresniveau bis zu einem Wachstum von 3 Prozent anvisiert worden.

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Die Aktie des Spezialisten für Fernwartungssoftware rutschte spürbar ab. Das Papier verlor zuletzt rund 23 Prozent auf 5,56 Euro. Damit sind die bisher in diesem Jahr aufgelaufenen Kursgewinne wieder zunichtegemacht.

In den vergangenen Jahren war der Kurs von seinem Zwischenhoch bei 17,75 Euro im Sommer 2023 zuvor deutlich abgefallen. Bei 4,09 Euro markierte er in diesem April sein Rekordtief. In der Früh hat das Analysehaus MWB Research seine Einstufung auf "Hold" gesenkt und das Kursziel auf 7 von 8,90 Euro reduziert.

Im dritten Quartal sank der Umsatz um 3,9 Prozent auf 184,5 Mio. Euro. Währungsbereinigt war das ein Minus von 2,2 Prozent. Bei der um Sondereffekte bereinigten Gewinnmarge vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen erwartet Teamviewer-Chef Oliver Steil 2026 nach wie vor rund 43 Prozent. Sie lag im abgelaufenen Jahresviertel bei 42,8 Prozent, fast 3 Prozentpunkte niedriger als ein Jahr zuvor. Unter dem Strich stieg der Gewinn um ein gutes Viertel auf 36 Mio. Euro.

Die Aussichten für das vierte - und damit das in der Softwarebranche traditionell wichtigste - Quartal seien gedämpft, hieß es von Teamviewer. Dafür seien Verzögerungen bei den Abschlüssen großer Deals in der Enterprise-Sparte verantwortlich, aber auch erneute wirtschaftliche Unsicherheiten in Europa. So gingen auch die auf ein Jahr typischerweise zu erwartenden Erlöse (ARR - annual recurring revenue) im dritten Quartal um 2,6 Prozent zurück, währungsbereinigt war es noch ein leichtes Minus von 0,6 Prozent.

Der Konzern habe für das vierte Quartal einige größere Deals in der Pipeline gehabt, "die wir jetzt so nicht kommen sehen", sagte Teamviewer-Chef Oliver Steil in einer Videokonferenz mit Journalisten. Darunter seien auch angepeilte Verträge mit öffentlichen Kunden in den USA. Neue Vertragsabschlüsse insgesamt seien gut, "aber ehrlicherweise nicht gut genug". Insbesondere in Europa sei der Ausblick für das Quartal verhalten, die Kunden seien dort schon zurückhaltend.

Über das vierte Quartal hinaus sieht Steil aber weiter gute Chancen. Die Prognosesenkung ändere nichts an der Strategie. Die Geschäfte mit den Großkundenprodukten Teamviewer One und Dex liefen gut, ebenso wie die Nutzung von KI. Das schwächelnde Geschäft mit kleineren und mittleren Kunden (SMB) stabilisiere sich weiter, die Rückgänge dort würden kleiner. Das habe sich auch im Oktober so fortgesetzt.

So setzt der Manager im kommenden Jahr auf eine Beschleunigung des Vertragsbestands (ARR), der Aufschluss über die erwarteten künftigen Erlöse der kommenden zwölf Monate gibt. Dazu sollen die bessere Auslastung der Vertriebsorganisation in Europa beitragen und bessere Geschäfte mit Großkunden in den USA.

25.09.2019, Hessen, Frankfurt/Main: Der Schriftzug "Team Viewer" steht vor der Börse. Beim Börsengang des Softwareherstellers Teamviewer handelt es sich um den größten Börsengang eines Technologieunternehmens seit dem Platzen der Dotcom-Blase. Das Göppinger Softwareunternehmen hat 2,2 Milliarden Euro eingesammelt. Foto: Andreas Arnold/dpa +++ dpa-Bildfunk +++.

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