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"Wir haben bei der Wachstumsentwicklung von Pharmaceuticals inzwischen einen Wendepunkt erreicht, und wir sehen, dass es aufwärts geht", sagte Vorstandschef Bill Anderson. Das bereinigte operative Gewinn (EBITDA) stieg von Juli bis September um 6,9 Prozent auf 1,615 Milliarden Euro. Damit übertraf Bayer die Analystenerwartungen, die im Schnitt von einem Rückgang auf 1,425 Milliarden Euro ausgegangen waren. Der Konzernumsatz kletterte um gut 4 Prozent auf über 10 Milliarden Euro.
Neue Medikamente wie das Krebsmittel Nubeqa und das Nierenmittel Kerendia sorgten für kräftigen Schub. Nubeqa allein erzielte im dritten Quartal einen Umsatz von rund 1 Milliarde Euro. Dies federte die erwarteten Umsatzeinbußen durch abgelaufene Patente bei älteren Präparaten wie dem Gerinnungshemmer Xarelto ab. Angesichts dieser Entwicklung hob Bayer die Prognose für die operative Gewinnmarge der Pharmasparte im Gesamtjahr auf 25 bis 27 Prozent an. Für den Konzern rechnet der Vorstand nun mit einem bereinigten operativen Gewinn von 9,8 bis 10,3 Milliarden Euro, nachdem bisher 9,6 bis 10,1 Milliarden in Aussicht gestellt wurden.
In der Agrarsparte (Crop Science) verzeichnete Bayer in dem saisonal weniger bedeutenden Quartal hingegen einen Rückgang des operativen Gewinns um gut 41 Prozent auf 101 Millionen Euro. Das Unternehmen verwies auf gestiegene Herstellungs- und Vertriebskosten sowie ungünstige Wetterbedingungen und regulatorische Hürden. Unter dem Strich verbuchte der Gesamtkonzern zudem einen Verlust von 672 (Vorjahreszeitraum: minus 963) Millionen Euro. Dieser war vor allem auf außerplanmäßige Abschreibungen in der Pharma- und der Konsumgütersparte zurückzuführen, darunter auf die Marken Xofigo und Claritin.
Zuletzt hatte Bayer Ende Oktober im Milliarden-Rechtsstreit über den Unkrautvernichter Glyphosat in den USA den ersten wesentlichen Erfolg seit einem richtungsweisenden Urteil des Supreme Courts zugunsten des Unternehmens im Sommer erzielt. Anderson wertete das jüngste Geschworenenurteil in dem Prozess als Zeichen dafür, dass das Unternehmen bei der Eindämmung der Rechtsrisiken vorankomme, und erwartet nun eine wichtige Entscheidung zu einem möglichen Sammelvergleich. Die juristischen Altlasten zehren jedoch massiv an den Barreserven: Im laufenden Jahr rechnet Bayer mit Mittelabflüssen von rund 5 Milliarden Euro für Vergleiche, Urteile und Anwaltskosten.
Investoren achten daher stark darauf, wie Bayer seine Schuldenlast abbauen will. Hier meldete der Konzern Fortschritte: Die Nettofinanzverschuldung sank bis Ende September im Vergleich zum Vorjahr um 1,6 Milliarden Euro auf rund 31,1 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vorquartal betrug der Rückgang sogar knapp 2,6 Milliarden Euro. Dazu trug auch eine Zahlung von 3 Milliarden Euro des Finanzinvestors Apollo bei, der eine Minderheitsbeteiligung an einer neu gegründeten Gesellschaft für das Geschäft mit Langzeit-Verhütungsmitteln erworben hatte. Für das Jahresende peilt Bayer nun einen Rückgang der Schulden auf 28 bis 29 Milliarden Euro an.
The company logo of German chemical giant Bayer is pictured at the company's site in Berlin on March 4, 2026. The company presented its annual report. (Photo by Tobias SCHWARZ / AFP)