Spitzenkandidaten in St. Pölten haben gewählt

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Gemeinderatswahl in St. Pölten
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Bei der Gemeinderatswahl in St. Pölten haben bis Sonntagmittag die Spitzenkandidaten ihre Stimmen abgegeben. Bürgermeister Matthias Stadler (SPÖ) war der erste bei den bisher im Rathaus vertretenen Parteien. Den Anfang überhaupt hatte Max Zirngast (KPÖ) gemacht. Die Wahllokale schließen um 16.00 Uhr. Lediglich im Sprengel beim Seniorenwohnheim am Eisberg ist die Stimmabgabe nur bis 12.00 Uhr möglich gewesen.

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Der Stadtchef kam um 9.00 Uhr ins Feuerwehrhaus im Stadtteil Ratzersdorf. Zum Ausgang der Wahl gab er sich "positiv", weil er ein "positiver Mensch" sei. Die Sozialdemokraten wollen einmal mehr die absolute Mehrheit verteidigen. Vor fünf Jahren erreichten sie 56,02 Prozent. Stadler erschien mit dem mittlerweile zum Markenzeichen gewordenen schwarzen Hut. Ziel für den Abend sei, "dass möglichst viele (Prozente, Anm.) stehen". Auch bei seinem fünften Antritt als Spitzenkandidat sei "keine Routine" eingekehrt, er fühle sich weiterhin "fit und voller Tatendrang". Im Vergleich zu den Wahlkämpfen davor habe er in der Landeshauptstadt eine "Steigerung von 'Dirty Campaigning'" und "was Unwahrheiten betrifft" bemerkt, so Stadler.

Mit einem Plus als ergebnistechnischer Hoffnung für den Abend im Gepäck schritt ÖVP-Spitzenkandidat Florian Krumböck im Kindergarten Kupferbrunn zur Wahlurne. Sein Team habe jedenfalls "alles dafür getan, alles gegeben", sagte der Landtagsabgeordnete, der auch eine "großartige interne Stimmung" ortete. Gleichzeitig erging von Krumböck ein letzter Wahlaufruf. Wer seine Stimme nicht abgebe, dürfe sich am Montag angesichts des Ergebnisses "nicht beschweren".

"Wir werden stark zulegen", zeigte sich FPÖ-Spitzenkandidat Landesrat Martin Antauer vor der Stimmabgabe am Vormittag im Kindergarten Handel-Mazzetti-Straße betont zuversichtlich. "Die absolute Mehrheit (der SPÖ, Anm.) muss fallen", fügte er hinzu. Er habe im Wahlkampf "von vielen Seiten gehört, dass es eine Veränderung geben soll", so Antauer. Bei der SPÖ habe er zuletzt "Nervosität" verspürt.

Als letzter der Spitzenkandidaten gab Walter Heimerl-Lesnik zu Mittag seine Stimme ab, wie zuvor der Bürgermeister im Feuerwehrhaus Ratzersdorf. "Wir hoffen, dass wir zulegen können", sagte der Grüne. Nachsatz: "Ich bin auch optimistisch."

"Ich gehe zuversichtlich in den Wahltag", ließ NEOS-Listenerster Bernd Pinzer wissen. Er verwies auf einen Wahlkampf, in dem die Pinken "bewusst auch unbequeme Wahrheiten angesprochen" hätten - "allen voran den wachsenden Schuldenberg unserer Stadt". Auch Pinzer betonte, dass viele Menschen "Veränderung" in St. Pölten wollten.

Erster aller Spitzenkandidaten an der Wahlurne war Zirngast. Er war um 7.00 Uhr im Rathaus quasi der "Early Bird". Damit es "erledigt" sei und der weitere Tage vorbereitet werden könne. Einmal mehr betonte der KPÖ-Listenerste die Bedeutung einer starken sozialen Opposition im Rathaus. "Im Gemeinderat braucht es eine starke Stimme, die Druck macht für eine soziale Politik. Wir versprechen, dass wir das sein werden."

Durchaus unfreundlich präsentierte sich das Wetter am Wahlsonntag an der Traisen. Bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt blieb der Nebel hartnäckig in der Landeshauptstadt hängen.

Das vorläufige Ergebnis soll gegen 19.00 Uhr vorliegen. Erstmals sind nur Personen mit Hauptwohnsitz in St. Pölten stimmberechtigt - 44.063 im Gegensatz zu 46.621 vor fünf Jahren. 6.540 Wahlkarten wurden ausgegeben, 2021 - noch in Zeiten der Corona-Pandemie - waren es 12.598. Trotz dieser Rekordzahl hatten nur 55,96 Prozent der Stimmberechtigten den Weg zu den Urnen gefunden. Das war ein Tiefstand für St. Pölten.

Im Rathaus der Landeshauptstadt kommen 42 Mandate zur Vergabe. Es bewerben sich Liste Bürgermeister Matthias Stadler - SPÖ (zuletzt 56,02 Prozent und 25 Sitze), Team Krumböck - Volkspartei & Unabhängige - ÖVP (22,74 Prozent, zehn), FPÖ (8,92 Prozent, drei), Grüne (8,01 Prozent, drei), NEOS (3,19 Prozent, ein Mandat) sowie KPÖ (1,11 Prozent) und die Liste Multikulturelle Gesellschaft - LMG.

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