
von
Positiv an dem Angebot sei, dass der Angebotspreis von 15 Euro je Aktie um 25,2 Prozent über dem letzten Schlusskurs vor dem Angebot liege, so der Semperit-Vorstand. Das sei auch mehr als der historische Durchschnittskurs und das Angebot gelte unabhängig von der aktuellen Marktliquidität. Allerdings liege der Angebotspreis unter dem Buchwert je Aktie (20,20 Euro) sowie unter den aktuellen Analystenschätzungen von bis zu 22 Euro je Aktie. Damit liegen das potenzielle Wertsteigerungspotenzial und damit die möglichen Ertragschancen höher.
"Der Vorstand und der Aufsichtsrat empfehlen Aktionär:innen daher, vor einer Entscheidung auch ihre individuellen steuerlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse angemessen zu berücksichtigen und bei Bedarf fachkundigen Rat einzuholen", heißt es in der Aussendung des Kautschukverarbeiters.
Auch wenn B&C kein Delisting von der Wiener Börse angekündigt hat, könnte sich dies ergeben, wenn ihr sehr viele Semperit-Aktien angedient werden, schreibt der Vorstand. Denn dann könnten die Mindestvoraussetzungen für den Streubesitz für eine Notierung im Prime Market oder für den amtlichen Handel an der Wiener Börse unterschritten werden. B&C habe aber keine Entscheidung für diesen Fall getroffen. Auch gebe es noch keine Entscheidung, ob B&C einen Gesellschafterausschluss (Squeeze Out) anstrebt, sollte sie am Ende über 90 Prozent der Aktien halten. Zu Bedenken sei auch, dass die Liquidität der Aktie sinken und damit künftige Veräußerungen erschwert werden könnten.
Von den drei Vorständen will Manfred Stanek das Angebot annehmen, Helmut Sorger nicht, Gerfried Eder hat vorerst keine Entscheidung dazu getroffen. Von den drei Aufsichtsratsmitgliedern, die Semperit-Aktien halten, haben Stefan Fida und Marion Weissenberger-Eibl das Angebot angenommen, Markus Stocker noch keine Entscheidung getroffen.