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Umsatz und Ergebnis der SBO fielen im Startquartal erwartungsgemäß schwach aus, unter dem Strich ging sich kein Gewinn mehr aus. "Das ist schlicht und ergreifend die Reflexion der geringeren Auftragseingänge vom Jahr 2025", sagte SBO-CEO Mader zur APA. Der Boden sei im dritten Quartal 2025 erreicht worden, seither würden die Aufträge wieder deutlich steigen - zuletzt um 18,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal. "Das ist eigentlich für mich die positive Nachricht, dass wir eine Trendumkehr sehen beim Auftragseingang", betonte Mader.
Als aktuell größten Unsicherheitsfaktor bezeichnete der Konzernchef den Iran-Krieg. Aufgrund der gesperrten Straße von Hormuz habe SBO logistische Einschränkungen und Umsatzverzögerungen, etwa bei Lieferungen in den Irak oder nach Kuwait. "Es ist nicht so, dass die Kunden nichts bestellen oder weniger bestellen oder Bestellungen stornieren, sondern wir haben aufgrund der logistischen Einschränkungen Probleme in gewissen Ländern, unser Equipment zu liefern."
Nicht betroffen seien hingegen die Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi-Arabien oder der Oman, da diese am Landweg versorgt werden können. In den Iran liefere SBO wegen der Sanktionen ohnehin seit zehn Jahren nicht mehr. Der Iran werde wohl vor allem von China beliefert, aber auch Indien oder Russland kämen als Versorger in Frage.
Trotz der geopolitischen Lage gehe es den rund 110 SBO-Mitarbeitern in der Region gut. Nachdem das Personal anfangs ins Homeoffice geschickt wurde, seien mittlerweile alle wieder an ihren Arbeitsplätzen. "Dubai hat sich sehr normalisiert", so Mader. Abgesehen von vereinzelten Drohnenangriffen in der Region halte der Waffenstillstand großteils, für SBO gab es "noch keine Schäden an Mensch bzw. auch an Gebäuden".
Mittel- und langfristig habe sich der Ausblick der SBO nicht geändert, die globale Energienachfrage werde weiter steigen. Durch den Krieg seien die weltweiten Öllagerbestände zuletzt massiv abgebaut worden. "Das Thema Versorgungssicherheit ist damit wieder zur strategischen Priorität geworden", erklärte Mader. Die Reserven müssten aufgefüllt und Bezugsquellen diversifiziert werden. Davon verspricht sich SBO neue Bohraktivitäten, etwa in den USA, in Afrika oder auch in Venezuela. Für einen Wiederaufbau der dortigen Öl-Infrastruktur sei SBO dank Standorten in Houston und Mexiko sehr gut positioniert: "Das ist für uns ein attraktiver Markt, weil hier viel zu investieren ist". Die zuletzt erratische Zoll-Politik in den USA habe sich inzwischen beruhigt, die Kunden hätten nun wieder Planungssicherheit.
Zusätzliches Wachstum bringt SBO der Boom rund um Künstliche Intelligenz (KI). Die Tech-Giganten benötigen für ihre KI-Rechenzentren enorme Mengen an emissionsfreier Energie. "Ein absoluter Wachstumstreiber" sei hierfür die Geothermie, für die SBO hochpräzises Equipment liefert. Auch das Geschäft mit dem industriellen 3D-Metalldruck, etwa für die Raumfahrt- oder Rüstungsindustrie, gewinne an Dynamik. Der Anteil dieser Diversifizierungs-Sparten an den gesamten SBO-Aufträgen stieg zuletzt von einem niedrig einstelligen "mittlerweile bereits auf einen hohen einstelligen Prozentsatz", zeigte sich Mader zufrieden.