Schweizer Unternehmen erwarten weiterhin starken Franken

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Euro/Franken-Kurs auf Rekordtief
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Schweizer Unternehmen bleiben pessimistisch gegenüber dem Euro. Auch 2026 wird laut einer Studie der UBS eine leichte Aufwertung des Frankens zum Euro erwartet. Dies ist auch kein Wunder, denn seit Jahren geht es mit dem Euro-Frankenkurs bergab. In der Nacht auf Dienstag markierte das Euro/Franken-Paar mit 0,9124 ein neues Rekordtief. Dann setzte immerhin eine leichte Gegenbewegung ein und der Kurs konnte sich knapp darüber stabilisieren.

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Währenddessen ist der Dollar Ende Jänner auf ein Mehrjahrestief von 0,7605 gefallen. Aktuell kostet der Greenback mit rund 0,7666 Franken wieder etwas mehr.

Der Franken dürfte laut der Devisenumfrage, die die Großbank im Spätherbst 2025 bei rund 300 Schweizer Unternehmen gemacht hat, weiterhin gefragt sein. Die befragten Firmen erwarten per Ende 2026 einen noch leicht tieferen Eurokurs von 91 Rappen. Der Dollar wird auf 78 Rappen geschätzt.

Etwas anders sieht es die UBS selbst. Ihre Ökonomen gehen von einem leicht stärkeren Eurokurs von 95 Rappen aus. Die Bank begründet dies mit der Erwartung, dass sich die deutsche Wirtschaft 2026 beschleunigt und dem Euro Rückenwind verleiht. Bleibt die Erholung aber aus und materialisieren sich die zahlreichen bestehenden wirtschaftlichen und geopolitischen Risiken, dürfte der Franken in den Augen der Ökonomen auch 2026 weiter aufwerten. In diesem Fall sehen die Experten den Eurokurs bei 90 Rappen.

Die Dollarschwäche trifft laut UBS inzwischen nur wenige Unternehmen. Die USA seien nur für eine Minderheit der exportorientierten Firmen der wichtigste Absatzmarkt und importorientierte profitierten gar von einem stärkeren Franken, wird UBS-Ökonom Florian Germanier in der Studie zitiert.

Bei den vom Dollar betroffenen Unternehmen habe sich die Frankenaufwertung für die Hälfte stark negativ ausgewirkt, vor allem auch weil noch ein deutlicher Anstieg der US-Zölle dazugekommen sei. Trotz dieser Belastung hätten nur elf Prozent angegeben, dass sich Exporte in die USA bei einem Kurs von 75 bis 79 Rappen nicht (mehr) lohnten. Sollte der Dollar aber in die Spanne von 70 bis 75 Rappen sinken, lohnten sich für fast die Hälfte dieser Firmen US-Exporte nicht mehr.

Mit der Mitte November vereinbarten Absichtserklärung zwischen der Schweiz und den USA habe sich der Wachstumsausblick der Unternehmen leicht verbessert. Insgesamt erwarteten aber trotzdem mehr Unternehmen ein tieferes als ein höheres Wachstum im Jahr 2026. Dies sieht die UBS ähnlich. Aufgrund fehlender Impulse aus der Außenwirtschaft werde ein unterdurchschnittliches Wachstum von 0,9 Prozent erwartet.

In der zweiten Jahreshälfte und im Jahr 2027 dürfte mit dem deutschen Wirtschaftsaufschwung auch die Schweizer Wirtschaft zum längerfristigen Trend zurückfinden. Allerdings liegt die UBS-Prognose für 2027 mit 1,5 Prozent am unteren Rand der Schätzung für das Trendwachstum.

Trotz dieser Widrigkeiten erwarten weder die UBS-Ökonomen noch die Mehrheit der befragten Firmen eine Senkung des Leitzinses der Schweizerischen Nationalbank (SNB) in den negativen Bereich. Sollte die Schweizer Wirtschaft allerdings einbrechen und der Franken deutlich aufwerten, würde die SNB laut UBS auf Negativzinsen zurückgreifen.

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