Österreich verschuldet sich günstiger - 1,7 Mrd. Euro geholt

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OeBFA-Chef Markus Stix (Archiv)
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Die Republik Österreich kann sich am Kapitalmarkt wieder etwas günstiger Geld leihen. Bei der Aufstockung zweier Bundesanleihen am Dienstag gab die zehnjährige Rendite auf 3,55 Prozent nach. Wie OeBFA-Chef Markus Stix im APA-Gespräch betonte, zahlt Österreich im internationalen Vergleich etwa spürbar weniger Zinsen als Finnland oder Belgien. Zudem wurde bereits über 90 Prozent des Jahresziels erreicht.

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Bei der heutigen Auktion stockte die Oesterreichische Bundesfinanzierungsagentur (OeBFA) das zehnjährige Papier (Laufzeit bis 2036) um 800 Mio. Euro auf, inklusive Eigenquote belief sich das Volumen auf 920 Mio. Euro bei einer Rendite von 3,55 Prozent und einer 2,51-fachen Überzeichnung. Eine vierjährige Anleihe (Laufzeit bis 2030) wurde um 700 Mio. Euro aufgestockt (inklusive Eigenquote 805 Mio. Euro), bei einer Rendite von 3,20 Prozent und 2,56-facher Überzeichnung. Im bisherigen Jahresverlauf verzeichnet Österreich laut Stix mit durchschnittlich mehr als dreifacher Überzeichnung die höchste Nachfrage in der Eurozone.

Der Zinsabstand (Spread) zur richtungsweisenden deutschen Anleihe lag bei der Auktion im zehnjährigen Bereich bei 26 Basispunkten und beim vierjährigen Papier bei 11 Basispunkten. Österreich stehe im europäischen Vergleich gut da und zahle im zehnjährigen Segment um über zehn Basispunkte weniger Zinsen als etwa Finnland. Als wesentlichen Treiber für das Investorenvertrauen nannte Stix das beschlossene Doppelbudget für 2027/28. "Das zeigt hier schon, dass einerseits dieses beschlossene Doppelbudget natürlich jetzt Wirkung trägt und Investoren hier Vertrauen haben, dass Österreich es ernst meint, diesen Schuldenpfad wieder nachhaltig sanieren zu wollen", sagte der OeBFA-Geschäftsführer.

Am Sekundärmarkt sei das Handelsvolumen österreichischer Bundesanleihen von Jänner bis Ende September um 29 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen. Neben den regulären Auktionen verkaufe die OeBFA ihre Eigenquote schrittweise im Markt, um Kursschwankungen abzufedern und ein sogenanntes "Cost-Averaging" zu erzielen. Für das Gesamtjahr stehe im Dezember noch ein Auktionstermin an, der je nach Budgetvollzug genutzt werde.

Positiv entwickelte sich laut Stix das Anlageprodukt Bundesschatz, das derzeit ein Gesamtvolumen von rund 14 Mrd. Euro aufweise. Davon entfielen etwa 10 Mrd. Euro auf Privatanleger und gut 4 Mrd. Euro auf öffentliche Einheiten. Mittlerweile nutzten über zehn Prozent der rund 2.000 österreichischen Gemeinden das Produkt. Insgesamt hätten 450 von rund 5.000 öffentlichen Einheiten ein Konto eröffnet. Im öffentlichen Sektor lägen statistisch noch 27 Mrd. Euro an liquiden Mitteln. Werden diese im Bundesschatz gebündelt, könnte die Schuldenquote Österreichs rein rechnerisch von 81 auf 76 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) sinken, so Stix.

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