Neuer Fed-Chef Warsh wegen Inflation besorgt

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Warsh am Weg zu einem Dinner beim Wirtschaftsforum Jackson Hole
 © APA/APA/GETTY IMAGES NORTH AMERICA/NATALIE BEHRING
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Der neue Fed-Chef Kevin Warsh hat bei seiner mit Spannung erwarteten Rede in Jackson Hole Handlungsbedarf im Kampf gegen die hohe Inflation nicht ausgeschlossen. "Hier ist mein Maßstab: Wir müssen davon überzeugt sein, dass sich die zugrunde liegende Inflation auf unser Ziel zubewegt – und zwar eindeutig und mit ausreichender Geschwindigkeit", sagte Warsh am Freitag am Wirtschaftssymposium der Federal Reserve im Bundesstaat Wyoming. "Andernfalls steht uns noch Arbeit bevor."

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Mehrere Vertreter der US-Notenbank drängen angesichts der anhaltend hohen Inflation auf eine Zinserhöhung. An den Terminmärkten führte die Rede Warshs dazu, dass die Chance auf eine zuvor als eher unwahrscheinlich eingeschätzte Anhebung im September nunmehr auf rund 47 Prozent taxiert wird.

"Der Fed-Chef ist bereit, an der Zinsschraube zu drehen, falls die Inflationslage sich nicht zügig aufhellt", sagte LBBW-Analyst Elmar Völker. Er erhöhe damit die Spannung vor der nächsten Zinssitzung Mitte September.

Die US-Notenbank soll neben Preisstabilität auch Vollbeschäftigung fördern. Warsh sagte, die Arbeitsmarktlage entspreche in seinen Augen derzeit Vollbeschäftigung. "Doch was die Preisstabilität betrifft, die zu unserem Mandat gehört, sind die Zahlen besorgniserregender."

Die Federal Reserve achtet besonders auf ein Inflationsmaß, das auf die Konsumgewohnheiten der Verbraucher zugeschnitten ist - im Fachjargon PCE-Index genannt. Die daraus berechnete Teuerungsrate lag im Juli wie bereits im Juni bei 3,7 Prozent und damit fast doppelt so hoch wie die von der Notenbank angepeilte Zielmarke.

Warsh sagte, die jüngsten Daten vermittelten ihm nicht den Eindruck, dass sich die zugrundeliegenden Trends nennenswert verbessert hätten. So verzeichnete etwa die Hälfte der Positionen im PCE-Warenkorb einen jährlichen Preisanstieg von mehr als drei Prozent - ein Wert, der zwar unter dem Niveau während des Inflationsschubs infolge der Corona-Pandemie liege, aber über der Norm der Zeit vor der Viruskrise.

Warsh nannte keinen Zeitplan für Zinserhöhungen und betonte ausdrücklich, seine Äußerungen seien nicht als "Forward Guidance" zu verstehen: Bewusst grenzt er sich damit von der Praxis seines von US-Präsident Donald Trump immer wieder harsch kritisierten Vorgängers Jerome Powell ab, der den Finanzmärkten eine solche Orientierungshilfe zum Zinskurs lieferte. Warsh will hingegen, dass sich die Anleger an den Fundamentaldaten ausrichten und somit ein ungefiltertes und nicht von der Zentralbank ausgetüfteltes Signal erhalten. Diese Linie des erst seit Mai amtierenden Fed-Chefs ist allerdings nicht unumstritten. Kritiker werfen ihm vor, bislang Antworten darauf schuldig geblieben zu sein, wie er die seit Jahren erhöhte Inflation in den Griff bekommen möchte. Laut Commerzbank-Experte Christoph Balz zeigte sich Warsh etwas offener gegenüber Zinserhöhungen: "Er kann allerdings die Zweifel, ob er es wirklich ernst meint, nicht ganz zerstreuen."

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