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Das Werk steckt seit langem in finanziellen Schwierigkeiten. Zudem steht es wegen Umweltproblemen in der Kritik.
Die rechtsgerichtete Regierung der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hatte das für insolvent erklärte Stahlwerk im Februar 2024 unter staatliche Aufsicht gestellt, um die tausenden Beschäftigten vor Ort zu schützen. Die Regierung hielt damals einen Anteil von 38 Prozent an dem Werk - ArcelorMittal hielt die anderen 62 Prozent. Rom warf dem Konzern mit Sitz in Luxemburg vor, sich zu weigern, mit frischem Geld das Fortbestehen des Werkes zu sichern.
"Die Insolvenz von Acciaierie d'Italia (...) scheint nicht das Ergebnis isolierter Managementfehler oder einer plötzlichen Verschlechterung des industriellen Umfelds zu sein", heißt es in der Klage. Komplexe Prüfungen hätten eine "kohärente, bewusste und langfristige Strategie" von ArcelorMittal aufgezeigt, "die auf die systematische und einseitige Übertragung von Ressourcen auf das multinationale Unternehmen abzielte". Nach Ansicht der Kommissare handelt es sich um einen "komplexen, von 2018 bis 2024 umgesetzten Plan".
Das früher unter dem Namen Ilva bekannte Stahlwerk stammt aus den 1960er-Jahren und ist seit Jahren in der Krise. 2017 übernahm ArcelorMittal das Werk für 1,8 Mrd. Euro und versprach, 2,4 Mrd. Euro zu investieren sowie die Beschäftigten zu halten. Als die italienische Regierung intervenierte, hatte das Werk allerdings Schulden von mehr als drei Milliarden Euro und war größtenteils unfähig, seine Zulieferer oder die Stromrechnungen zu bezahlen.