
von
Operativ lief es für Rosenbauer im ersten Halbjahr gut. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) erhöhte sich von 28,2 Mio. auf 38,8 Mio. Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) verdreifachte sich nahezu auf 20,4 Mio. Euro, während der Gewinn vor Steuern (EBT) von -10,5 Mio. Euro auf 11,1 Mio. Euro deutlich ins Plus drehte.
Der Auftragseingang blieb laut Rosenbauer mit 717,8 Mio. Euro auf "hohem Niveau" im ersten Halbjahr. Während die Regionen Europa und "Nahost und Afrika" zulegten, belasteten in den USA die Zollstreitigkeiten das Bestellverhalten der Händler. Dennoch erhöhte sich der Auftragsbestand zum 30. Juni 2026 auf 2,4 Mrd. Euro, nach 2,35 Mrd. Euro im Vorjahr. Auch bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern legte Rosenbauer zu: Weltweit beschäftigt das Unternehmen mit Sitz in Leonding 5.039 Mitarbeitende und damit 371 mehr als im Vorjahr zu diesem Zeitpunkt.
Belastend wirkten im ersten Halbjahr laut Ottel jedoch der Iran-Krieg sowie eine massive SAP-Softwareumstellung. So hätte die Sperrung der Straße von Hormuz zu Lieferverzögerungen in die Region geführt, so der Rosenbauer-Chef. Dies hat nach Angaben von Finanzvorstand Jörg Schuschnig Rosenbauer temporär knapp 8 Mio. Euro im EBIT gekostet - in Summe dürfte dies aber nicht das Unternehmen im Gesamtjahr belasten. Der Konzern peilt für 2026 einen Umsatz von bis zu 1,6 Mrd. Euro und eine EBIT-Marge von mehr als 6 Prozent an.
Nach Ansicht Ottels ist Rosenbauer auch für die Zukunft gut aufgestellt. Dabei profitiert das Unternehmen unter anderem von einer neuen Kriegsführung. Sowohl im Iran- als auch im Ukraine-Krieg würden viele Drohnen eingesetzt, die vermehrt "weiche Ziele" wie Logistikzentren attackieren, erklärt Ottel. Zivilschutz bedeute dann oft auch den Brand zu löschen. Im Nahen und Mittleren Osten seien mit Ausbruch des Kriegs entsprechende Produkte vor Ort "schnell abgerufen und gekauft" worden. Der Rosenbauer-Chef zeigte sich auch optimistisch, dass Lieferungen in die Region bald wieder leichter vonstattengehen.
Als weiteren "Megatrend" nannte Ottel Investitionen in die Bekämpfung von Waldbränden. "Wir haben heuer schon mehr Waldbrandfahrzeuge ausgeliefert, als in den Vorjahren", sagte Ottel. In Österreich werden sich die Waldbrände mehr als verdoppeln, die heimischen Landesfeuerwehren hätten bereits in solche Fahrzeuge investiert. Allerdings würden die aktuellen Waldbrände nicht unmittelbar zu einem Auftrag führen, aber "ich rechne damit, dass im Nachgang eine Diskussion" beginne, so Ottel.