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Mit Spannung wurden die US-Verbraucherpreisdaten erwartet. In den USA hat sich die Inflation Ende des vergangenen Jahres stabil gehalten. Im Jahresvergleich stiegen die Verbraucherpreise im Dezember wie bereits im Monat zuvor um 2,7 Prozent, wie das Arbeitsministerium am Dienstag in Washington mitteilte. "Insgesamt geht die Inflation aber trotz des Zollschocks eher zurück. Die Inflation wird die US-Notenbank daher wohl nicht von Zinssenkungen abhalten. Den nächsten Schritt erwarteten wir auf der übernächsten Sitzung im März", kommentierte der Ökonom Christoph Balz von Commerzbank Research.
Erste Zahlen aus Europa sorgten für Unmut. So gerieten Sika mit 9,5 Prozent Abschlag unter Druck. Der Schweizer Bauchemie- und Klebstoffhersteller erlitt 2025 einen Umsatzrückgang von 4,8 Prozent auf 11,2 Milliarden Franken. Negative Währungseffekte und der schwache chinesische Baumarkt bremsten. Händler äußerten sich zudem enttäuscht über die Aussichten des Unternehmens im laufenden Jahr. "Der wichtige Markt China zeigt bislang kaum Erholungstendenzen und solange sich China nicht erholt, bleibt es schwierig", meinte ein Händler.
Die Verluste hinterließen merkliche Spuren im Bausektor, der im Branchenvergleich abgeschlagen am Ende des Feldes lag. Bei dem Schwergewicht Vinci (minus 4,5 Prozent) kam hinzu, dass die Analysten der Bank of America die Einstufung auf "Underperform" gesenkt hatten.
Auch die Zahlen von Lindt & Sprüngli versüßten Anlegern das Börsengeschehen nur kurz. Nach Auftaktgewinnen rutschte die Aktie ins Minus und schloss letztendlich um 2,1 Prozent tiefer. Dabei hatte der Schweizer Schokoladehersteller den Umsatz stärker als erwartet gesteigert. Allerdings war dies Preiserhöhungen geschuldet. Die verkauften Mengen gingen zurück. Händler fragen sich nun, wie lange die Konsumenten Preiserhöhungen mitmachen und nicht doch zu billigeren Alternativen wechseln dürften.
Die in Zürich notierten Aktien der ams-Osram gingen nach anfänglichen Gewinnen mit minus 0,9 Prozent aus dem Handel. Der deutsch-österreichische Chip- und Sensorhersteller bestätigte Marktgerüchte, dass er sich zur Reduzierung seiner Schulden in fortgeschrittenen Gesprächen über den Verkauf einzelner Geschäftsaktivitäten befinde. Ziel seien Verkaufserlöse von weit mehr als 500 Millionen Euro.