Europas Leitbörsen sehr schwach, Euro-Stoxx-50 minus 1,54%

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Technologiewerte nach negativen Signalen aus den USA tiefrot
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Die europäischen Aktienmärkte haben sich am Donnerstagvormittag mit einer schwächeren Tendenz gezeigt. Der Euro-Stoxx-50 verlor 1,54 Prozent auf 6.112 Punkte. In Frankfurt notierte der DAX mit minus 0,94 Prozent bei 25.406 Einheiten. Außerhalb der Eurozone fiel der britische FTSE-100 um 0,56 Prozent auf 10.693 Einheiten.

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Nach Zahlen großer US-Konzerne sorgt der Technologiesektor dafür, dass die Stimmung wieder umschwenkt, nachdem die Vortagserholung dem DAX noch den höchsten Stand seit vier Wochen beschert hatte. Wegen eines Angriffs auf ein Ölfeld in Saudi-Arabien stiegen auch die Ölpreise wieder deutlich.

"Die Quartalsberichte von Tesla, Meta, IBM und SAP reichen nicht aus, um das Vertrauen in den Technologiesektor und hier insbesondere in den Chip-Sektor zu festigen", schrieb der Börsenbrief-Autor Hans Bernecker. Tags zuvor hatten Milliarden-Gewinne des Weltraum- und KI-Konzerns SpaceX die jüngsten Sorgen damit nur vorübergehend gemildert.

Laut Bernecker belastet besonders, dass der Elektroautobauer Tesla auf die Investitionsbremse tritt. Der Marktbeobachter Stephen Innes sieht das Thema KI in einer schwierigen Phase zwischen technologischer Validierung und finanziellem Erfolg. Meta wachse zwar stark, habe aber auch klargemacht, dass der nächste Schub viel Geld kosten werde.

In einer Branchenbetrachtung präsentierte sich der Technologiebereich dementsprechend als schwächster Sektor. ASM International büßten mehr als fünf Prozent ein. STMicroelectronics rutschten 3,6 Prozent tiefer.

Luxuswerte gaben ebenfalls stärker nach. Mit den Zahlen von Hermes erhielt der Sektor einen erneuten Dämpfer. Die Aktie des französischen Unternehmens sackten fast sieben Prozent ab und bewegte sich damit im Bereich der Jahrestiefs. Sie steuert nach Monaten der Schwäche auf eine Kurshalbierung seit Jahresbeginn zu.

Nach Ansicht der Analysten von Bernstein unterstrichen die Quartalszahlen von Hermes das schwierige Marktumfeld. Die Experten von RBC sprachen von einem durchwachsenen Zahlenwerk, wobei der Umsatz unter den Erwartungen geblieben sei. Außer Europa hätten sich die relevanten Absatzregionen schwächer als gedacht entwickelt. Dies dürfte zu weiter sinkenden Konsensschätzungen führen.

Tiefrot notierten auch die Bankenwerte. Barclays gewannen hier aber gegen den Trend um 0,6 Prozent. Höhere Erträge in mehreren Sparten haben der britischen Bank im dritten Quartal mehr Gewinn beschert. Mit 1,65 Milliarden britischen Pfund (1,97 Mrd. Euro) entfiel auf die Aktionäre 13 Prozent mehr Gewinn als ein Jahr zuvor. Analysten hatten sich jedoch noch höhere Erträge und vor Steuern auch mehr Gewinn ausgerechnet.

Aktien von Nestle steigerten sich um 1,2 Prozent. Der Nahrungsmittelkonzern hatte mit seinen Wachstumszahlen die Erwartungen von Analysten geschlagen. Die Experten von Bernstein werteten die Zahlen zum dritten Quartal als "weiteren wichtigen Schritt bei der operativen Trendwende". Bei JPMorgan sieht man Nestle nach vier Jahren mit praktisch stagnierendem Mengenwachstum auf dem "Weg zu einer nachhaltigen Erholung". Als Wermutstropfen bezeichneten Analysten die bevorstehende Dekonsolidierung des Russland-Geschäftes. Dieses hat laut Nestle rund drei bis vier Prozent zum Gewinn beitragen.

Relx gaben 0,7 Prozent nach. Der britische Fachverlag und Datenbankanbieter kann mit seinen Analysewerkzeugen weiter bei den Kunden punkten. In den ersten neun Monaten legte der Umsatz aus eigener Kraft - sprich bereinigt um Währungs- sowie Übernahmeeffekte - um 7 Prozent zu,

Aktien der London Stock Exchange Group (LSEG) gewannen fast vier Prozent. Der Börsenbetreiber will mit einer Milliardenübernahme sein Geschäft mit Datenanalysen ausbauen. Der Konzern teilte am Donnerstag mit, er habe sich mit dem Investor Permira über den Erwerb des Finanzdatenanbieters Octus für 3,54 Milliarden Dollar (3,15 Mrd. Euro) geeinigt. Gleichzeitig hob LSEG erneut seine Umsatzprognose für das laufende Jahr an. Das Unternehmen erwarte nun ein organisches Wachstum der Gesamterträge von mindestens acht Prozent bei konstanten Wechselkursen statt 7,0 bis 7,5 Prozent.

LA DÉFENSE - FRANKREICH: FOTO: APA/APA/AFP/THOMAS SAMSON

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