Europas Leitbörsen schließen mit klaren Abgaben

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Grönland-Thematik belastet weiter
 © APA/APA/AFP/LUDOVIC MARIN
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Europas Aktienmärkte haben am Dienstag weiter nachgegeben. "Die Grönland-Thematik hat sich bisher nicht wie erhofft entspannt, sondern bleibt ein sehr kritisches geopolitisches Thema", betonte Marktexperte Andreas Lipkow. Der Euro-Stoxx-50 verlor 0,57 Prozent auf 5.892,08 Punkte. Der deutsche DAX sank um 1,03 Prozent auf 24.703,12 Punkte. Außerhalb der Eurozone fiel der britische FTSE-100 um 0,67 Prozent auf 10.126,78 Zähler, während der Schweizer SMI 0,8 Prozent verlor.

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Die Verluste werden auch als Gegenreaktion auf die vorherige Rally gewertet. So sprach Jörg Scherer, technischer Analyst bei HSBC, von einer "gesunden Verschnaufpause". Marktanalyst Christian Henke vom Broker IG Markets verwies auf den noch immer zu großen Optimismus an den Börsen, besonders in den USA. "Trotz des bevorstehenden Zollstreits 2.0 zwischen den USA und der EU und geopolitischer Risiken ist die Stimmung an der Wall Street gut, um ehrlich zu sein, zu gut", so Henke. "Ein solch großer Optimismus ist ein Warnsignal für eine Korrektur, zumal der S&P 500 charttechnisch angeschlagen ist."

Luxusgüterwerte standen in Europa erneut unter Druck. Neben den Grönland-Zolldrohungen kam ein weiterer Belastungsfaktor hinzu. Wegen der zögerlichen Haltung Frankreichs, dem "Friedensrat" für den Gazastreifen beizutreten, hatte US-Präsident Donald Trump mit Zöllen von 200 Prozent auf Wein und Champagner gedroht. Die Aktie von LVMH verlor 2,2 Prozent. Zum Sortiment des Unternehmens gehört auch Champagner.

Im schwächelnden Rohstoffsektor gaben BHP um 2,2 Prozent nach. Die Analysten der kanadischen RBC verwiesen auf einen durchwachsenen Produktionsbericht des Rohstoffkonzerns.

Im ebenfalls schwachen Ölsektor gewannen Totalenergies unterdessen 1,4 Prozent. Europas größter Sprithersteller hatte zum Jahresende von einem besser laufenden Raffineriegeschäft profitiert. Angesichts weltweit knapper Verarbeitungskapazitäten hielten steigende Raffineriemargen trotz sinkender Ölpreise den Barmittelzufluss des Konzerns im vierten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stabil. Damit trotzte Totalenergies dem negativen Branchentrend mit sinkenden Gewinnerwartungen, hieß es von der RBC.

Unter den Nebenwerten brachen DocMorris um 8,6 Prozent ein. Die Online-Apotheke war 2025 zwar kräftig gewachsen und hatte die eigenen Umsatzziele erreicht. Wichtigster Treiber blieb dabei das elektronische Rezept in Deutschland. Doch was dieses betraf, habe sich der Markt mehr erhofft, betonte Analyst Volker Bosse von der Baader Bank an. Um 4,3 Prozent tiefer schlossen Logitech nach einer Abstufung durch Morgan Stanley.

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