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Der Euro-Stoxx-50 schloss 0,80 Prozent tiefer auf 6.368,98 Punkten und damit auf dem tiefsten Stand seit Anfang August. In Frankfurt verlor der DAX 1,10 Prozent auf 25.970,11 Zähler. Besser sah es außerhalb der Eurozone aus. In London fiel der FTSE-100 um 0,32 Prozent auf 10.789,28 Einheiten, wobei festere Ölaktien Schlimmeres verhinderten. Der Schweizer SMI schaffte dank des Kursgewinns der Novartis-Aktie sogar ein kleines Plus.
"Langsam setzt sich bei den Anlegern die Erkenntnis durch, dass bei der Zinsanpassung noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht ist", so Experte Jochen Stanzl von der Consorsbank.
Eine Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) in der kommenden Woche wegen der hohen Inflation gilt bereits als weitgehend sicher. Die Inflation in der Eurozone ist im August wegen hoher Energiepreise deutlich gestiegen. Im Jahresvergleich legten die Verbraucherpreise um 3,3 Prozent zu, wie das Statistikamt Eurostat mitteilte. Die EZB dürfte dies als Auftrag verstehen, so Thomas Gitzel von der VP Bank.
Nachdem US-Notenbankchef Kevin Warsh zuletzt seine Entschlossenheit bekräftigt hat, die Inflation in den Griff zu bekommen, steht auch eine mögliche Leitzinserhöhung der Fed im September wieder im Raum.
Unter den Einzelwerten stiegen Aktien von Air Liquide in Paris um 2,2 Prozent. Die Aktie reagierte damit auf Presseberichte, wonach der aktivistische Investor Elliott Kreisen zufolge eine Beteiligung an dem Industriegase-Konzern erworben hat und das Management dazu dränge, die Margen zu verbessern.
Nach guten Daten einer MS-Studie mit Remibrutinib gewann die Aktie des Pharmakonzerns Novartis 6,3 Prozent. Die Studienergebnisse bei schubförmiger Multipler Sklerose entsprächen dem optimalen Szenario, so UBS-Experte Matthew Weston.
An der Spitze bei den europäischen Sektoren lagen die Ölwerte mit einem Plus von 1,8 Prozent. Die Branche profitierte dabei von den gestiegenen Ölpreisen. Die Papiere von Eni kletterten um 1,5 Prozent, Totalenergies gewannen 2,8 Prozent.
Luft- und Reisewerte hatten indessen das Nachsehen. Für den Sektor ging es im Durchschnitt um 2,3 Prozent abwärts. Ähnlich schwach tendierten auch andere konjunktursensible Sektoren wie Automobil-, Rohstoff- und Industriewerte.