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Der Euro-Stoxx-50 verlor 0,19 Prozent auf 6.029,45 Punkte, verbuchte aber ein Wochenplus von 0,53 Prozent. Der britische Leitindex FTSE-100 schloss mit minus 0,04 Prozent auf 10.235,29 Punkten. Der deutsche Leitindex fiel 0,22 Prozent auf 25.297,13 Punkte. Seit einer Reihe von Rekorden bis zu einer Bestmarke von 25.507 Zählern am Dienstag stehen hier die Zeichen auf Konsolidierung. Auf Wochensicht ist der deutsche Leitindex kaum vom Fleck gekommen.
Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Dekabank, spricht aktuell von einer Verschnaufpause. Nach dem ereignisreichen Jahresbeginn an den Krisenschauplätzen Venezuela, Grönland und Iran müssten die Kapitalmärkte diese geopolitischen Entwicklungen erst einmal verdauen. "Alles zusammen ließ die Aktienmärkte zunächst auf einen Konsolidierungspfad einschwenken."
Insbesondere die weiterhin unklare Lage im Iran dürfte kurz vor dem Wochenende eher für eine gewisse Vorsicht unter Investoren gesorgt haben. Die USA drohten dem Regime wegen der brutalen Niederschlagung der Massenproteste erneut mit einem militärischen Eingreifen. Eine Auseinandersetzung könnte die Ölpreise hochtreiben.
Gefragt waren Papiere von Unternehmen, die von der Energiewende und dem Ausbau von Künstlicher Intelligenz (KI) profitieren. Die Aktien des Energietechnikkonzerns Siemens Energy gewannen an der Euro-Stoxx-50-Spitze 6,3 Prozent, für die Titel des Versorgers RWE ging es um 1,5 Prozent nach oben. Hier kam auch der Durchbruch beim geplanten Bau neuer Gaskraftwerke in Deutschland zugute.
Unter den Pharmawerten ragten Novo Nordisk mit einem Aufschlag von 6,5 Prozent positiv hervor. Die Aktie profitierte von einer Zulassung in Großbritannien für eine höhere Dosierung des Gewichtssenkers "Wegovy". Zudem werden Analysten immer zuversichtlicher. Die Experten von Berenberg und der Bank of America erhöhten ihre Kursziele, während die Deutsche Bank von einem ihrer aussichtsreichsten Werte sprach. Der Kurs von Novo Nordisk hatte sich 2025 nahezu halbiert. Seit Jahresbeginn geht es jedoch kräftig nach oben.
Aber nicht alle Pharmawerte glänzten. Sanofi etwa gaben um ein Prozent auf 80,78 Euro nach. Die Schweizer Großbank UBS hatte das Kursziel von 105 auf 88 Euro gesenkt und die Aktien von "Buy" auf "Neutral" abgestuft. Den Franzosen fehle es an neuen Medikamenten aus der Forschungspipeline, die Mittel mit auslaufendem Patentschutz ersetzen könnten, schrieb Analyst Matthew Weston.
Rohstoffwerte schwächelten ebenfalls. Nach dem Höhenflug des Sektors in den Vormonaten setzte sich damit die Konsolidierung fort. Zu den weniger gefragten Segmenten gehörten auch die Luxuswerte.
Aktien von Richemont sanken um 5,4 Prozent und weiteten so die Verluste vom Vortag aus. Die Bank of America hatte den Schweizer Wert von "Buy" auf "Neutral" abgestuft. Nach der Erholungsrally seit August liege die Bewertung des europäischen Luxussektors über dem historischen Schnitt, hieß es in einem Branchenausblick auf 2026. Die "Anlagestory" von Richemont biete zunächst kaum noch Potenzial.
FRANKFURT - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/APA/AFP/DANIEL ROLAND