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In Frankfurt zog der DAX 2,12 Prozent auf 24.918,69 Punkte hoch. Außerhalb der Eurozone gewann der schweizerische SMI 1,77 Prozent auf 13.283,26 Zähler. Der FTSE-100 in London kletterte um 2,15 Prozent auf 10.438,66 Punkte. Die Ölpreise gaben inzwischen deutlich nach, was die Inflations- und Konjunktursorgen am Markt milderte.
Ein Bericht des US-Nachrichtenportals Axios, wonach die Vereinigten Staaten kurz vor einer Einigung mit dem Iran über ein Abkommen zur Beendigung des Krieges stehen sollen, schob die Kurse deutlich an. Allerdings wies Irans Außenamtssprecher Ismail Baghai den Bericht als überzogen zurück. Auch US-Präsident Donald Trump dämpfte zuletzt die Erwartungen laut Berichten etwas.
Die Hoffnung auf eine Deeskalation im Iran-Krieg spiegelte sich in den Bewegungen der Einzelbranchen wider. Gefragt waren zyklische Sektoren wie etwa Auto-, Reise- und Baustoffwerte. Ölaktien rangierten dagegen mit deutlichen Verlusten am Ende des Feldes.
Technologietitel profitierten auch von starken Vorgaben aus den USA. Die hervorragenden Zahlen von AMD hinterließen im Halbleitersektor Spuren. So kletterten etwa ASML um 6,2 Prozent.
Unter den ebenfalls gefragten Versicherungstiteln ragten Axa mit 3,8 Prozent Aufschlag heraus. Der französische Versicherer hatte zum Jahresstart ein kräftiges Wachstum verzeichnet.
Im Pharmasektor waren Novo Nordisk gefragt. Die Kurserholung setzte sich nach überraschend starken Quartalszahlen und höheren Jahreszielen mit 2,5 Prozent Aufschlag fort.
Bei den Nahrungs- und Getränkeproduzenten setzten Diageo mit 6,3 Prozent Aufschlag Akzente. Die Analysten von JPMorgan verwiesen auf den besser als erwarteten Umsatz im dritten Quartal des Geschäftsjahres. Das Geschäft in Europa, Mittel- und Südamerika und Afrika habe dazu maßgeblich beigetragen.
Im Automobilbereich sorgten BMW und Continental für gute Stimmung. Continental gewannen an der DAX-Spitze knapp neun Prozent. Der Reifen- und Kunststofftechnikkonzern verdiente im ersten Quartal bei weniger Umsatz mehr. Ausschlaggebend waren gute Reifen-Geschäfte und Kosteneinsparungen.
BMW-Anteile verbuchten Gewinne von 5,6 Prozent. Analysten von JPMorgan bescheinigten dem Autohersteller einen insgesamt starken Jahresauftakt.
Für eine Enttäuschung im Mediensektor sorgten dagegen Wolters Kluwer. Im Rahmen der Erwartungen liegende Zahlen des niederländischen Informationsdienstleisters waren nicht in der Lage, die Sorgen über die Bedrohung des Geschäftsmodells durch Künstliche Intelligenz zu zerstreuen. Die Aktie verlor 7,3 Prozent, womit sich das Kursdebakel fortsetzte. Seit Februar 2025 hat der Wert fast 70 Prozent verloren.