Europas Leitbörsen notieren zu Mittag schwächer

Subressort
Aktualisiert
Lesezeit
3 min
Volatiler Aktienmarkt wegen Unsicherheiten durch Iran-Krieg
 © Boris Roessler, DPA, Apa
©Boris Roessler, DPA, Apa
  1. home
  2. Aktuell
  3. Nachrichtenfeed
Nach den vorläufig gescheiterten Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran haben Europas wichtigste Aktienmärkte am Montag nachgegeben. Eine Ausnahme bildete die ungarische Börse, die - beflügelt vom klaren Sieg der Opposition - deutlich zulegte. Der Euro-Stoxx-50 sank gegen Mittag um 0,9 Prozent auf 5.875 Punkte. Der DAX fiel um 0,97 Prozent auf 23.574,06 Zähler. Außerhalb des Euroraums gab der britische FTSE 100 um 0,3 Prozent auf 10.564 Einheiten nach.

von

Der Budapester Leitindex BUX gewann gegen den schwachen internationalen Markttrend zuletzt 2,7 Prozent. Nach Berechnungen von Ungarns Wahlkommission erreichte die TISZA-Partei von Oppositionsführer Péter Magyar bei den Wahlen eine Zweidrittelmehrheit im neuen Parlament. Damit beendet der künftige Ministerpräsident Magyar die 16-jährige Herrschaft seines autokratischen Vorgängers Viktor Orbán. Die Anleger setzen darauf, dass die neue Regierung marktfreundliche Reformen umsetzen wird, um die Freigabe eingefrorener EU-Gelder in Milliardenhöhe zu ermöglichen.

In Reaktion auf die abgebrochenen Nahost-Gespräche hatte US-Präsident Donald Trump unterdessen eine Seeblockade der Straße von Hormuz angekündigt. Die US-Marine werde alle Schiffe blockieren, die iranische Häfen anlaufen oder von ihnen auslaufen, drohte Trump. Die Vereinigten Staaten wollen damit verhindern, dass der Iran Gebühren von Reedereien für eine Durchfahrt durch die Meerenge verlangt und das Land gleichzeitig von Öl-Einnahmen abschneiden.

Aus Branchensicht gehörten Aktien aus den Segmenten Touristik, Luftfahrt und Automobil europaweit zu den größten Verlierern. Die Papiere des Flugzeugbauers Airbus und des Triebwerkherstellers Safran verbuchten Abgaben von 1,9 beziehungsweise 2,4 Prozent. Jefferies-Analystin Chloe Lemarie sieht in den hohen Treibstoffpreisen und deren Auswirkungen auf die Flugzeug-Nachfrage weiterhin ein größeres Problem für die Luftfahrtunternehmen. Lufthansa sackten um mehr als vier Prozent ab. Am Montag fielen zahlreiche Flüge wegen eines erneuten Piloten-Streiks aus. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit hat bis Dienstag zu Arbeitsniederlegungen bei der Lufthansa und mehreren Tochtergesellschaften aufgerufen.

Als Schlusslicht im MDAX knickten die Papiere von Nemetschek um fast sieben Prozent ein und litten damit unter einer Verkaufsempfehlung der Großbank UBS. Analyst Michael Briest betonte die Risiken langjähriger Verträge des Bausoftware-Spezialisten. Sie seien im ersten Jahr hilfreich, sorgten ab dem zweiten Jahr aber für Gegenwind und gefährdeten den bisher starken Barmittelzufluss. Der Markt dürfte diese Risiken mit den Verdrängungssorgen rund um Künstliche Intelligenz verschmelzen.

Die stärksten Gewinne verzeichneten hingegen Öl-Titel, die von den wieder stark gestiegenen Ölpreisen profitierten. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Nordseesorte Brent mit Lieferung im Juni kletterte wieder über die Marke von 100 US-Dollar.

Zulegen konnte auch Rheinmetall. Der Rüstungskonzern plant mit Destinus ein Gemeinschaftsunternehmen zur Herstellung und Vermarktung von Raketensystemen im großen Stil. Das Joint Venture "Rheinmetall Destinus Strike Systems" solle in der zweiten Jahreshälfte 2026 gegründet werden und zu 51 Prozent dem deutschen Konzern und zu 49 Prozent seinem niederländischen Partner Destinus gehören, teilte Rheinmetall mit. Die Aktien legten um etwas mehr als ein Prozent zu.

Über die Autoren

Logo
trend. Abo

Holen Sie sich trend. jetzt im bequemen Jahresabo!