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Der Euro-Stoxx-50 sank zum Sitzungsende 0,36 Prozent auf 5.905 Punkte. Der DAX fiel um 0,26 Prozent auf 23.742 Zähler. Außerhalb des Euroraums gab der britische FTSE-100 um 0,17 Prozent auf 10.583 Einheiten nach.
Der Budapester Leitindex BUX gewann gegen den schwachen internationalen Markttrend starke fünf Prozent. Die TISZA-Partei von Oppositionsführer Péter Magyar erreichte bei den Wahlen eine Zweidrittelmehrheit im neuen Parlament. Damit beendet der künftige Ministerpräsident Magyar die 16-jährige Herrschaft seines autokratischen Vorgängers Viktor Orbán. Die Anleger setzen darauf, dass die neue Regierung marktfreundliche Reformen umsetzen wird, um die Freigabe eingefrorener EU-Gelder in Milliardenhöhe zu ermöglichen.
In Reaktion auf die abgebrochenen Iran-Gespräche hatte US-Präsident Donald Trump unterdessen eine Seeblockade der Straße von Hormuz angekündigt. Die US-Marine werde alle Schiffe blockieren, die iranische Häfen anlaufen oder von ihnen auslaufen, drohte Trump. Die Vereinigten Staaten wollen damit verhindern, dass der Iran Gebühren von Reedereien für eine Durchfahrt durch die Meerenge verlangt und das Land gleichzeitig von Öl-Einnahmen abschneiden.
Pakistan will hingegen die Differenzen zwischen den USA und dem Iran ausräumen. Es werde "mit voller Kraft daran gearbeitet, die noch offenen Probleme zu lösen", sagte Premierminister Shehbaz Sharif.
Aus Branchensicht gehörten Aktien aus den Segmenten Touristik, Luftfahrt und Automobil europaweit zu den klaren Verlierern. Die Aktien von Stellantis bremsten um 2,8 Prozent. Die TUI-Titel fielen um 1,6 Prozent. Die Papiere des Triebwerkherstellers Safran verbuchten Abgaben von ein Prozent. Jefferies-Analystin Chloe Lemarie sieht in den hohen Treibstoffpreisen und deren Auswirkungen auf die Flugzeug-Nachfrage weiterhin ein größeres Problem für die Luftfahrtunternehmen.
Lufthansa fielen um 2,2 Prozent. Am Montag fielen zahlreiche Flüge bei der AUA-Mutter wegen eines erneuten Piloten-Streiks aus. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit hat bis Dienstag zu Arbeitsniederlegungen bei der Lufthansa und mehreren Tochtergesellschaften aufgerufen.
Die Papiere von Nemetschek sanken um 2,8 Prozent und litten damit unter einer Verkaufsempfehlung der Großbank UBS. Analyst Michael Briest betonte die Risiken langjähriger Verträge des Bausoftware-Spezialisten. Sie seien im ersten Jahr hilfreich, sorgten ab dem zweiten Jahr aber für Gegenwind und gefährdeten den bisher starken Barmittelzufluss. Der Markt dürfte diese Risiken mit den Verdrängungssorgen rund um Künstliche Intelligenz verschmelzen.
Die stärksten Gewinne verzeichneten hingegen Öl-Titel, die von den wieder stark gestiegenen Ölpreisen profitierten. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Nordseesorte Brent mit Lieferung im Juni kletterte wieder über die Marke von 100 US-Dollar. Die Anteilsscheine von TotalEnergies gewannen 1,3 Prozent.
Zulegen konnte auch Rheinmetall. Der Rüstungskonzern plant mit Destinus ein Gemeinschaftsunternehmen zur Herstellung und Vermarktung von Raketensystemen im großen Stil. Das Joint Venture "Rheinmetall Destinus Strike Systems" solle in der zweiten Jahreshälfte 2026 gegründet werden und zu 51 Prozent dem deutschen Konzern und zu 49 Prozent seinem niederländischen Partner Destinus gehören, teilte Rheinmetall mit. Die Aktien legten um 2,2 Prozent zu.
FRANKFURT - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/APA/AFP/DANIEL ROLAND