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Fraglich bleibt, wie weit sich die Anleger vor dem Wochenende aus der Deckung wagen - insbesondere angesichts eines möglichen US-Angriffs auf den Iran und der unklaren Folgen für die Weltwirtschaft. Die Ölpreise tendieren nahe ihrer mehrmonatigen Höchststände. Inzwischen gehen die Verhandlungen um Irans umstrittenes Atomprogramm weiter. US-Präsident Trump will in "maximal" 10 bis 15 Tagen einen Deal.
Am Freitag stehen auch noch Konjunkturdaten auf der Agenda. Neben den deutschen Erzeugerpreisen in der Früh blicken Anleger auf die europäischen Einkaufsmanagerindizes am Vormittag. "Die Erwartungshaltung ist, dass es per saldo leichte Verbesserungen der Stimmungslage geben wird", schrieben dazu die Experten der Landesbank Helaba. In den USA liege dann später der Fokus auf der ersten Schätzung des BIP-Wachstums im vierten Quartal. Eine Wachstumsrate von annualisiert rund 3 Prozent würde nach Helaba-Einschätzung nicht dazu beitragen, die Zinssenkungserwartungen bezüglich der Fed zu forcieren.
Bei einer Branchenbetrachtung hatten Luxuswerte die Nase vorne. An der Mailänder Börse kletterten Moncler nach Zahlen gut 11 Prozent hinauf. Analyst Adam Cochrane von der Deutsche Bank sprach von einem starken Abschluss des Jahres 2025 und einem guten Start in 2026. Dies sei eine willkommene Überraschung und dürfte sich positiv auf die gesamte Branche auswirken, so der Experte.
Schwächer tendierten dagegen Ölaktien. Wie die Ölnotierungen selbst kam der entsprechende Branchenindex etwas von seinem jüngsten Hoch zurück. BP und TotalEnergies verloren jeweils rund ein Prozent.
Air Liquide gewannen nach Zahlen 1,9 Prozent. Der Gasekonzern habe im zweiten Halbjahr sowie im Gesamtjahr 2025 ein wenig besser als erwartet abgeschnitten, schrieb Chetan Udeshi von der US-Bank JPMorgan.