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Außerhalb der Eurozone verlor der FTSE-100 1,7 Prozent auf 9.749 Einheiten. Er war am Freitag erstmals seit Anfang Jänner wieder unter die 10.000-Punkte-Marke gerutscht. In Asien standen nach dem Ultimatum von Donald Trump an den Iran noch deutlichere Kursabschläge zu Buche.
In der Nacht auf Sonntag hatte der US-Präsident der iranischen Führung mit der Zerstörung von Energieanlagen gedroht, sollte das Land nicht innerhalb von 48 Stunden die Straße von Hormuz vollständig und "ohne Drohungen" öffnen. Teheran drohte ihrerseits mit der vollständigen Schließung der für den weltweiten Ölhandel wichtigen Meerenge.
"Wenn die Ölarterie sich verengt, atmet das ganze System durch einen Strohhalm", kommentierte Marktstratege Stephen Innes von SPI Asset Management. Es gehe inzwischen weniger um Einzelereignisse als die schiere Länge des Konflikts. Die Instabilität baue sich langsam auf. Besorgniserregend sei der gemeinsame Rutsch von Aktien, Anleihen und sogar des Goldpreises, so Innes weiter. Es finde also keine Rotation des Geldes statt, sondern es werde schlicht abgezogen. Zu allem Überfluss steige der Druck auf die Notenbanken, zu reagieren. "Die Lage ist so unsicher wie noch nie seit dem Beginn dieses Krieges", ergänzte Portfoliomanager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners.
Vor diesem Hintergrund geraten mögliche Kursbewegungen bei einzelnen Aktien fast zur Nebensache. Am deutschen Aktienmarkt treten zu Wochenbeginn Änderungen bei der Zusammensetzung der Indizes der DAX-Familie in Kraft. Im DAX selbst gibt es keine Änderungen, nachdem die Lufthansa die Rückkehr in die erste deutsche Aktienliga verpasst hatte, wohl aber im MDAX der mittelgroßen Unternehmen sowie im Nebenwerte-Index SDax.
Wenige Tage vor der Eröffnung eines neuen Chemiewerks in China räumt BASF-Chef Markus Kamieth ein, dass sich diese Milliardeninvestition für den Konzern später als geplant lohnen wird. "Wir starten in einem überversorgten Markt, in dem die Preise und Margen auf einem historisch niedrigen Niveau liegen", sagte Kamieth der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". "Die Profitabilität wird in den ersten Jahren daher deutlich unter dem sein, was wir uns ursprünglich vorgestellt hatten." Die BASF-Aktien gaben am Montag 1,61 Prozent nach.
Der Stahlkonzern Salzgitter hat seine Verluste im vergangenen Jahr trotz eines schwachen Stahl-Umfeldes deutlich reduziert. 2025 standen unter dem Strich minus 69,8 Millionen Euro, nach einem Fehlbetrag von 347,9 Millionen Euro im Jahr zuvor. 2024 war das Ergebnis noch von hohen Wertberichtigungen, Rückstellungen und Restrukturierungskosten geprägt gewesen. Die Werte gaben um 8,73 Prozent nach.
Dem Konsumgüterhersteller Beiersdorf droht Ungemach durch eine Abstufung. Die Privatbank Berenberg senkte das Kursziel für die Aktien deutlich und strich ihre Kaufempfehlung. Analyst Fulvio Cazzol kappte seine Ergebnisschätzungen für die Jahre bis 2028 um bis zu 17 Prozent. Die Idee hinter seiner Kaufempfehlung aus dem Jahr 2021 sei nicht wie erhofft aufgegangen, so die Begründung. Die Beiersdorf-Aktien verloren 1,37 Prozent auf 71,74 Euro.
Der Baumarkt- und Baustoffkonzern Hornbach Holding hat im Geschäftsjahr 2025/2026 auf Basis vorläufiger Zahlen seine eigenen Ziele erreicht. Gestiegene Kosten machten sich aber im vierten Quartal beim Ergebnis bemerkbar. Der Umsatz sei im Geschäftsjahr um 3,8 Prozent auf 6,434 Milliarden Euro gestiegen, wie das SDAX-Unternehmen am Freitagabend in Bornheim mitteilte. Angepeilt hatte der Konzern einen Wert auf oder leicht über dem Vorjahresniveau von 6,2 Milliarden Euro. Die Aktie der Hornbach Holding notierte am Montagvormittag mit einem Minus von 4,67 Prozent.
Telecom Italia (TIM) soll wieder in staatliche Hände kommen - zumindest indirekt. Der vom Staat kontrollierte Konzern Poste Italiane will den Telekommunikationskonzern übernehmen. Aktuell hält die italienische Post bereits 27 Prozent. Diesen Anteil hält die Poste Italiane seit knapp einem Jahr. Damals hatte der Konzern dem französischen Unternehmen Vivendi ein Aktienpaket abgekauft und so den Anteil erhöht. Damit wollte der italienische Staat verhindern, dass der Telekomkonzern in ausländische Hände gerät. Jetzt will Poste Italiane die Mehrheit übernehmen. Der Konzern bietet dabei 0,167 Euro und 0,0218 eigene Aktien je TIM-Anteil. Der Gesamtwert der Offerte wurde mit knapp 11 Milliarden Euro beziffert. Die TIM-Aktie stieg am Vormittag um 4,23 Prozent auf 0,6006 Euro. Die Aktie von Poste Italiane fiel hingegen um 7,79 Prozent.