Europas Leitbörsen im Frühhandel deutlich im Minus

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++ ARCHIVBILD ++ Ölpreisanstieg und Inflationssorgen schicken Börsen auf Talfahrt
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Der rasante Anstieg der Ölpreise und die zunehmenden Inflations- und Wachstumssorgen haben am Montag die europäischen Leitbörsen im Frühhandel auf Talfahrt geschickt. Im Fokus steht, dass der Iran mit dem Sohn des getöteten Ayatollah Ali Khamenei einen neuen obersten Führer bestimmt hat. Ein schnelles Ende des Krieges scheint nicht absehbar.

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Der Euro-Stoxx-50 verlor rund eine Stunde nach Handelsstart 2,65 Prozent auf 5.568,13 Punkte. In Frankfurt notierte der DAX um 2,42 Prozent tiefer bei 23.021,08 Einheiten. Außerhalb der Eurozone nahm der britische Leitindex FTSE-100 zuletzt um 1,69 Prozent auf 10.110,47 Punkte ab.

Getrieben ist die Situation von der Angst vor einer längeren Sperrung der Straße von Hormuz. Der Preis für ein Fass Rohöl der Nordsee-Sorte Brent ist in der Nacht auf Montag um bis zu 29 Prozent auf fast 120 Dollar gestiegen. In einem Bericht der "Financial Times" wird nun darüber spekuliert, ob die Situation durch die Freigabe von Ölreserven beruhigt werden könnte. Der Ölpreis kehrte daraufhin zuletzt in Richtung der 100-Dollar-Marke zurück.

Die vom Ölpreis ausgelösten Schwankungen zeigen sich am Montag in vielen Branchen mit den üblichen Ausschlägen. Aktien großer Ölkonzerne sind gefragt, während die Titel in der Tourismusbranche stark leiden. Für die Werte der Lufthansa ging es um mehr als vier Prozent bergab. Dass die Barclays Bank ihr negatives Votum für die Fluggesellschaft aufgab, erleichterte nicht groß. Der Analyst hatte seine Studie noch vor der erneuten Ölpreisrally verfasst.

Fast fünf Prozent im Minus befanden sich die Aktien von Continental, Airbus, ASML und Siemens Energy. Zudem verloren Bankenwerte deutlich. Konjunktursorgen infolge der Rally der Energiepreise setzten auch der europäischen Rohstoffbranche zu. In London verloren Anglo American und Antofagasta mehr als sechs Prozent.

Relativ geringe Kursverluste bahnen sich am Montag im Rüstungsbereich bei Rheinmetall an. Knapp ein Prozent gaben die Werte vorerst nach. In dieser Branche schauten die Anleger am Montag auf den voraussichtlich ersten Handelstag des Unternehmens Gabler im Börsensegment Scale der Frankfurter Wertpapierbörse. Die Aktien des U-Boot-Zulieferers starteten mit 47,20 Euro über ihrem Ausgabepreis, der bei 44 Euro in der oberen Hälfte der Angebotsspanne gelegen hatte. Zuletzt zahlten Anleger dann 48,10 Euro für ihre Aktien.

Vollzogen wurde am Montag noch eine Umplatzierung in der DAX-Indexfamilie. Der Autozulieferer Schaeffler ist jetzt Mitglied im MDAX, weil der Immobilienkonzern Deutsche Wohnen den Index der mittelgroßen Unternehmen verlassen musste. Den frei gewordenen Platz im SDAX der Nebenwerte nehmen die Vorzugsaktien des Werkzeugherstellers Einhell ein.

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