Europas Leitbörsen am Vormittag uneinheitlich

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 © APA/APA/dpa/Boris Roessler
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Die europäischen Börsen haben sich zum Wochenausklang uneinheitlich gezeigt. Rund eineinhalb Stunden nach dem Sitzungsauftakt notierte der Euro-Stoxx-50 0,35 Prozent fester auf 5.946 Punkten. In Frankfurt legte der DAX um 0,25 Prozent auf 24.551 Zähler zu. Außerhalb der Eurozone fiel der FTSE-100 hingegen um 0,08 Prozent auf 10.300 Einheiten.

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Mit einem zweistelligen Kursrutsch bei Amazon im nachbörslichen US-Handel hatte sich gezeigt, wie hartnäckig sich die KI-Sorgen der Anleger halten. Der Handelsriese will in diesem Jahr rund 200 Milliarden US-Dollar (169,52 Mrd. Euro) unter anderem in KI, Chips, Robotik und Satelliten stecken. Damit liegt Amazon noch über dem Investitionsvolumen der Google-Mutter Alphabet. Amazon werde zunächst darunter leiden, dass die Anleger hohe Investitionen ohne konkreten Umsatzerfolg sehr kritisch sehen, kommentierten Analysten von Goldman Sachs. "Der KI-Investitions-Kater verwandelt sich gerade in eine wilde Flucht", kommentierte Stephen Innes von SPI Asset Management. Die Anlegerstimmung erscheine gerade wie das Negativ des Booms von 2021.

Am deutschen Aktienmarkt fallen die Papiere von Bayer mit einem Plus von 2,13 Prozent auf. Detaillierte Studienergebnisse zum Medikamentenkandidaten Asundexian machen Anlegern Hoffnung auf gute Geschäfte mit dem Blutgerinnungshemmer. Ein Händler sprach von einem sehr positiven Ergebnis für Bayer.

Nach Volvo Cars erwischte es am Freitag die Aktie von Stellantis. Im frühen Handel brach der Aktienkurs des Vielmarkenkonzerns um mehr als ein Fünftel auf ein Rekordtief ein. Mit dem Einbruch setzte die Aktie den Abschwung seit Dezember beschleunigt fort. Bei einem Kurs von 6,40 Euro schlägt allein 2026 ein Wertverlust von rund einem Drittel zu Buche. Der Fiat- und Chrysler-Mutterkonzern schreibt wegen der US-Elektroauto-Kehrtwende rote Zahlen und streicht die Dividende. Die Wende hat Abschreibungen von fast 22 Milliarden Euro zur Folge. Die Analysten von Jefferies sprachen in einer ersten Einschätzung von rekordhohen Belastungen im zweiten Halbjahr 2025 bei Stellantis. Die Entwicklung folgt ähnlichen Vorgängen bei Wettbewerbern wie Ford und General Motors.

Im DAX waren zum Wochenschluss die Aktien von Mercedes-Benz, BMW und Volkswagen mit Verlusten von bis zu zwei Prozent unter den größten Verlierern.

Eine Hochstufung für Renk gab den Papieren des Rüstungsherstellers enormen Auftrieb. Exane BNP votiert nun mit "Outperform". Die Renk-Werte stiegen um 8,08 Prozent. Auch die Lufthansa-Aktien profitierten von einer positiveren Analysten-Einschätzung von Oddo BHF. Allerdings gab es zunächst nur ein leichtes Plus von 0,71 Prozent.

Während Siemens Energy um 2,43 Prozent zulegte, verloren die Werte von Siemens Healthineers 4,32 Prozent. Der Medizintechnik-Konzern hatte im ersten Quartal 2025/26 den schwachen Dollar und die Umwälzungen im chinesischen Gesundheitswesen zu spüren bekommen. Der Umsatz stieg auf vergleichbarer Basis zwar um knapp vier Prozent auf 5,4 Mrd. Euro, nach Währungseffekten stand aber ein Minus von 1,5 Prozent zu Buche, wie die Siemens-Tochter am Donnerstag mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit 5,45 Mrd. gerechnet.

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