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Aussagen des US-Präsidenten Donald Trump und des iranischen Präsidenten Massud Peseschkian hatten am Vorabend nach dem europäischen Börsenschluss schon an den US-Aktienmärkten für Zuversicht und etwas Entlastung bei den Ölpreisen gesorgt. Medienberichten zufolge forderte Peseschkian "Garantien" für ein Kriegsende. Irans Außenminister Abbas Araghtschi sagte, er stehe im Kontakt mit dem US-Sondergesandten Steve Witkoff. US-Präsident Trump rechnet unterdessen mit einem Ende der Angriffe seines Landes auf den Iran in zwei bis drei Wochen und kündigte eine "wichtige" Rede zum Stand des Krieges in der Nacht auf Donnerstag an.
Der Optimismus im Iran-Krieg machte sich auch bei den weiter gesunkenen Ölpreisen bemerkbar, die derzeit wichtigster Gradmesser für die Konjunktur- und Inflationssorgen der Anleger sind. Rohöl der Sorte Brent zur Lieferung im Juni fiel in der Früh unter die viel beachtete Marke von 100 US-Dollar je Barrel (159 Liter).
Die Kursgewinne zogen sich am Vormittag quer durch alle Branchen. Besonders stark gesucht waren Titel der Reise- und Freizeitbranche. Aktien des Reiseveranstalters TUI legten 4,8 Prozent zu. Titel des Billigfliegers Ryanair stiegen um 3,9 Prozent. In Frankfurt fanden sich die Aktien von Adidas und Puma trotz eines enttäuschenden Ausblicks des Konkurrenten Nike unter den Tagesgewinnern und legten um 2,0 bzw. 1,7 Prozent zu.
Gute Nachfrage gab es auch in Bankwerten. Zu den größten Gewinnern im Euro-Stoxx-50 zählten UniCredit mit einem Plus von 5,1 Prozent. Aktien von BPN Paribas und Banco Santander legten jeweils gut 4 Prozent zu.
Die einzigen größeren Verlierer waren angesichts der Korrektur der Ölpreise Energie- und Ölwerte. Im Euro-Stoxx-50 lagen Aktien des Ölkonzerns ENI mit einem Minus von 3,1 Prozent ganz unten. Im britischen FTSE zählten die Titel der Ölriesen BP und Shell mit Verlusten von 2,6 bzw. 1,8 Prozent zu den größten Verlierern.
Auf Konjunkturseite könnte heute der am Nachmittag noch anstehende Einkaufsmanagerindex der US-Industrie für Impulse sorgen. "Regionale Fed-Umfragen fielen uneinheitlich aus und lassen per saldo allenfalls einen leichten Stimmungsrückgang erwarten", schreiben die Analysten der Helaba. Erwartet werden auch Daten zum US-Arbeitsmarkt vom privaten Jobdienstleister ADP. Von den Zahlen erhoffen Börsianer erste Hinweise auf die Arbeitsmarktentwicklung im März.
LA DÉFENSE - FRANKREICH: FOTO: APA/APA/AFP/THOMAS SAMSON