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Die stockenden Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran trieben die Ölpreise zunächst auf ein Mehrjahreshoch, schließlich kamen sie aber spürbar zurück. US-Präsident Donald Trump sagte bereits am Mittwoch, es habe zwar Fortschritte im Gespräch mit Teheran gegeben, ein Durchbruch sei allerdings noch nicht erreicht. Berichten zufolge erwägt Trump, wieder größere Kampfeinsätze aufzunehmen. Der Iran drohte daraufhin mit Vergeltung.
Mit Blick auf die Geldpolitik hielt die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins trotz der infolge des Iran-Krieges gestiegenen Inflationsgefahr konstant. Der EZB-Rat beließ den Einlagensatz am Donnerstag bei 2,0 Prozent. Über ihn steuert die Zentralbank maßgeblich ihre Geldpolitik. Zuletzt ist die Teuerungsrate im Euroraum auf 3,0 Prozent nach oben geschnellt.
Volkswirte erwarten jedoch, dass die Zentralbank im Jahresverlauf die Zinsen anheben wird - möglicherweise schon im Juni. "Je länger der Krieg anhält und je länger die Energiepreise auf hohem Niveau bleiben, desto stärker wird sich dies voraussichtlich auf die allgemeine Inflation und die Wirtschaft auswirken", sagte EZB-Präsidentin Christine Lagarde in Frankfurt.
Branchenseitig waren vor allem Aktien aus dem Nahrungsmittelsektor gesucht. Der diesbezügliche Euro-Stoxx-Subindex steigerte sich um annähernd drei Prozent. Auch Gesundheitstitel konnten klar zulegen, und zwar um knapp zwei Prozent. Ebenfalls gesucht waren angesichts der weiterhin vergleichsweise hohen Ölpreise die Anteilsscheine von Öl- und Gaskonzernen.
Innerhalb des Euro-Stoxx-50 steigerten sich die Aktien der DHL Group nach Vorlage von Ergebnissen um über sieben Prozent. Sie führten den Eurozonen-Sammelindex somit an. Das operative Ergebnis (Ebit) des Logistikkonzerns liege im ersten Quartal vor allem dank des starken Express-Geschäfts klar über dem Konsens, lobte UBS-Analyst Cristian Nedelcu. Er attestierte den Bonnern insgesamt gute Zahlen.