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Weiter steigende Ölpreise und mit Enttäuschung aufgenommene Quartalszahlen einiger großer US-Technologiekonzerne hatten die Börsenstimmung am Donnerstag im Frühhandel noch deutlich belastet. Der Preis für die wichtige Referenzölsorte Brent war zeitweise auf 126 Dollar und damit auf den höchsten Stand seit 2026 gestiegen, kam dann aber wieder etwas zurück.
Gegen den Trend gesucht waren am Donnerstag die vom KI-Fieber erfassten Aktien aus dem Halbleitersektor. Chipkonzerne liefern die Hardware für Künstliche Intelligenz und profitieren davon. Aixtron verteuerten sich nach Quartalszahlen um rund 2,8 Prozent und profitierten von der Nachfrage im Optoelektronik-Geschäft. Fest zeigten sich angesichts der Ölpreisanstiege auch einige Energiewerte.
Aktien des Logistik-Riesen DHL stiegen nach Meldung von Zahlen um 4,7 Prozent und lagen damit ganz oben im DAX. Bei der DHL Group stieg der operative Gewinn (Ebit) im ersten Quartal stärker als erwartet. Die freien Barmittelzuflüsse vor Zu- und Verkäufen von Unternehmensteilen fielen ebenfalls deutlich besser als prognostiziert aus. Zudem sank der Umsatz etwas stärker als geschätzt. Die Jahresziele bestätigte der Logistikkonzern.
Mit Spannung erwartet werden jetzt die im Tagesverlauf noch anstehenden Zinsentscheidungen der EZB und der Bank of England. Ein Zinsschritt wird von der EZB zwar nicht erwartet, von den begleitenden Kommentaren werden aber Hinweise auf den weiteren geldpolitischen Kurs erhofft. Die US-Notenbank Fed hatte am Vorabend ihren Leitzins wie erwartet unverändert gelassen. Später am Abend könnten dann die nach US-Börsenschluss angesetzten Quartalszahlen von Apple noch Impulse liefern.
LA DÉFENSE - FRANKREICH: FOTO: APA/APA/AFP/THOMAS SAMSON