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"Deutliche Impulse aus dem Ausland und die Mehrausgaben für Infrastruktur, Klima und Verteidigung in Deutschland verhindern stärkere Bremsspuren beim Wachstum durch den Energiepreisschock und das Niedrigwasser auf den Flüssen", sagte Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. Vor allem für die krisengeplagte Industrie zeigten sich Lichtblicke. "Die Erholung der deutschen Wirtschaft setzt sich fort."
Bisher hatte das Ifo für das laufende und das kommende Jahr nur je ein Anziehen der Wirtschaftskraft um 0,8 Prozent veranschlagt. In der aktuellen Prognose werden vor allem die konjunkturellen Schubkräfte - also die Impulse durch die Finanzpolitik und aus dem Ausland - stärker und die Bremswirkungen des Energiepreisschocks durch den Iran-Krieg schwächer eingeschätzt.
Der expansive Kurs der Finanzpolitik der deutschen Bundesregierung lasse die Finanzierungsdefizite des Staates kräftig anschwellen, betonte das Ifo. Das Budgetdefizit dürfte sich von 3,0 Prozent des BIP 2025 auf 4,6 Prozent 2028 ausweiten. "Im selben Zeitraum wird der Bruttoschuldenstand voraussichtlich von 62,7 Prozent auf 67,9 Prozent der Wirtschaftsleistung steigen", hieß es.
Die Inflationsrate in Deutschland wird demnach in diesem und im kommenden Jahr auf 2,8 beziehungsweise 3,0 Prozent steigen. Erst 2028 dürfte sich die Teuerung mit 2,3 Prozent wieder in Richtung des Zielwerts von zwei Prozent der Europäischen Zentralbank bewegen. "Die durch Heizöl und Kraftstoff getriebene Inflation wird im weiteren Prognoseverlauf voraussichtlich sinken", erklärte Wollmershäuser. "Allerdings dürften vor allem die Verbraucherpreise für Strom und Gas im Winter nochmals steigen." Insgesamt bleibe die Konsumkonjunktur aufgrund der hohen Inflation gedämpft. Im zweiten Quartal war die deutsche Wirtschaft um 0,3 Prozent gewachsen, nach einem Plus von 0,4 Prozent zum Jahresstart 2026.
FRANKFURT - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/APA/AFP/KIRILL KUDRYAVTSEV