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Die meisten Ausfuhren gingen im Juni zwar erneut in die Vereinigten Staaten. Dorthin wurden aber nur noch deutsche Waren im Wert von 11,8 Milliarden Euro verkauft, ein Minus von 2,1 Prozent zum Vormonat. "Das war der dritte Rückgang in Folge und der niedrigste Wert seit Februar 2022", fanden die Statistiker heraus. Wegen höherer Zölle sind viele Exporte vorgezogen worden, nun fehlt diese Nachfrage. Seit diesem Donnerstag gelten zudem für EU-Exporte in die USA Zölle von 15 Prozent. Das macht auch deutsche Waren in der weltgrößten Volkswirtschaft teurer. "Die Anhebung des US-Basiszollsatzes auf 15 Prozent verschärft die Situation für viele international tätige deutsche Unternehmen deutlich", sagte die Hauptgeschäftsführerin der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), Helena Melnikov.
Das China-Geschäft legte im Juni zu: Die Ausfuhren in die Volksrepublik wuchsen um 1,1 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro. Die Exporte in das Vereinigte Königreich stiegen dagegen um 0,4 Prozent auf 7,2 Milliarden Euro, während die in die EU-Staaten um 2,4 Prozent auf 73,0 Milliarden Euro zulegten.
Die Importe nahmen im Juni kräftig zu. Sie wuchsen um 4,2 Prozent zum Vormonat auf 115,6 Milliarden Euro. Analysten hatten hier nur ein Wachstum von 1,0 Prozent vorausgesagt. Zunehmende Einfuhren können ein Signal für eine anziehende Binnennachfrage sein.
BREMEN - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/dpa/Sina Schuldt