Rennen um die Addiko Bank ist wieder offen

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Archibald Kremser, Vizechef der slowenischen NLB

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Der slowenische Bieter NLB senkt nun auch die Annahmeschwelle von 75 auf mehr als 50 Prozent. NLB-Vizechef Archibald Kremser sieht im trend-Gespräch das Rennen um die Addiko Bank wieder völlig offen.

In der Übernahmeschlacht um die österreichische Addiko Bank werden die Karten noch einmal völlig neu gemischt. Denn nachdem die slowenische Nova Ljubljanska Banka (NLB) ihr Angebot vor wenigen Wochen von 29 auf 33,5 Euro je Aktie angehoben hat, senkt sie nun auch die Mindestannahmeschwelle von 75 auf mehr als 50 Prozent. Jedenfalls wurde dies so der Übernahmekommission zur Prüfung vorgelegt, ebenso wie eine Verlängerung der Annahmefrist, die aktuell am 16.Juli endet. Damit tut es die NLB dem zweiten großen Bieter, der RBI, gleich, die die Annahmeschwelle ebenfalls von 75 auf mehr als 55 Prozent senken will.

RBI und NLB liefern sich ja bekanntlich eine Bieterschlacht um die Addiko Bank, die vorwiegend in Kroatien, Slowenien, Bosnien & Herzegowina, Serbien und Montenegro tätig ist. Die RBI bietet mit 26,5 Euro je Aktie aber deutlich weniger als die NLB, macht aber mit dem serbischen Addiko-Aktionär Alta Pay (knapp 30 Prozent) gemeinsame Sache. „Besser geht es jetzt nicht mehr“, sagt NLB-Vizechef Archibald Kremser gegenüber trend. „Wir kommen unseren Investoren nicht nur preislich, sondern auch bei der Annahmeschwelle entgegen. Jetzt wird sich zeigen, wie viele unabhängige Investoren es wirklich gibt.“

Kremser: „Undurchsichtiges Spiel“

Denn so mancher Addiko-Aktionär wie etwa C-Quadrat-Gründer Alexander Schütz hatten im Vorfeld bemängelt, dass sich der Plan der NLB mit einer Annahme von 75 Prozent ohnehin nicht umsetzen lasse und er deshalb lieber das niedrigere, aber sichere Angebot annehmen werde. „Alle institutionellen Investoren sagen uns, dass sie unser Angebot annehmen wollen“, berichtet Kremser nun nach dem jüngsten Move. Er ortet ein „höchst undurchsichtiges Spiel“ in dem Übernahmekampf. Denn üblichweise würden die Investoren bis zum letzten Moment mit der Annahme warten. Hier hat aber die RBI ziemlich rasch nach Abgabe des Offerts für die Addiko verkündet, dass ihr bereits mehr als 50 Prozent der Aktien angedient wurden. „Gäbe es interne Zusatzvereinbarungen, müssten die offen gelegt werden“, sagt Kremser, der sich speziell auch an Alta Pay wendet: „Unsere Hand ist ausgestreckt, auch zu den serbischen Investoren.“

Bei der RBI kann derartige Aussagen nicht nachvollziehen: „Das ist ein sehr transparenter Vorgang, der von der Übernahmekommission eng überwacht wird. Außerdem kommunizieren wir die Anteile sehr offen“, sagt RBI-Sprecher Christof Danz. Anders sei das bei der NLB, die bislang nicht offengelegt hätte, wie viele Anteile ihr bereits angedient wurden.

Stellt sich noch die Frage, warum die NLB mit dem Senken der Schwelle so lange gewartet hat, es war doch offenichtlich, dass man die 75 Prozent nicht erreichen werde? Kremser: „Komplexe Entscheidungen brauchen eben ihre Zeit. Und so viele Banken haben wir noch nicht übernommen, wir haben also kein Playbook dafür."

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