
Die Lenzing-Aktie ist nach der gestrigen angekündigten Kapitalerhöhung weiter abgestürzt. Zusätzlich belastet die Rücknahme der Berenberg-Kaufempfehlung den Kurs.
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Die Aktien des heimischen Faserherstellers Lenzing befinden sich heute weiter im freien Fall. Nachdem sie bereits am Vortag als Reaktion auf eine weitere Kapitalerhöhung rund sechs Prozent abgegeben hatten, brachen sie nun um weitere 33 Prozent ein. Mit einem Kurs von zuletzt 13,10 Euro befindet sich das Papier auf dem tiefsten Niveau seit 2003.
Vor wenigen Monaten erst hatte die Berenberg Bank für die Lenzing-Aktie eine Kaufempfählung ausgesprochen – diese haben sie nun zurückgenommen. Das neue Anlagevotum lautet nun „Hold“ mit einem deutlich niedrigerem Kursziel von 17 Euro. Die Bank war bis zuletzt das einzige Institut mit einer positiven Einschätzung zu der Aktie.
„Die bevorstehende Kapitalerhöhung in Höhe von 300 Mio. Euro lässt uns vermuten, dass der Hauptaktionär Suzano hinsichtlich seiner Beteiligung an Lenzing eher eine abwartende Haltung einnimmt, anstatt weiter auf diese zu setzen“, schrieb Berenberg-Analyst Sebastian Bray. Er bemägelt außerdem, dass sich die gestiegenen Rohstoffpreise für Baumwolle und Viskose nicht im erwarteten Umfang in den Ergebnissen des Faserherstellers widergespiegelt hätten. Im aktuellen Umfeld steigender Zinsen sei er nicht bereit, eine Kaufempfehlung beizubehalten.
Am Donnerstag hatte der Faserkonzern bekanntgegeben, über eine Barkapitalerhöhung mit Bezugsrechten 300 Mio. Euro einnehmen zu wollen. Der Bezugspreis wurde auf 8,65 Euro/Aktie festgelegt. Anlegervertreter übten Kritik an dem niedrigen Bezugspreis. „Die Lenzing-Kapitalerhöhung setzt die Altaktionäre unter Zugzwang. Ein Bezugspreis von 8,65 Euro gegenüber einem letzten Börsenkurs von 20,80 Euro bedeutet einen kräftigen Abschlag – auch auf den Kurs ohne Bezugsrechte“, so Florian Beckermann, Präsident des Interessenverbands für Anleger. Wer die Bezugsrechte nicht ausübe, werde erheblich verwässert. Positiv sei, dass die Großaktionäre B&C und Suzano sowie die Oberbank voll mitziehen und die Kapitalerhöhung garantiert sei. „Das schafft Stabilität“, sagte Beckermann.