Ex-Kika/Leiner-Chef bleibt in U-Haft

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Ex-Kika/Leiner-Chef Hermann Wieser bleibt bis 14. Dezember in U-Haft. Die WKStA wirtf ihm Betrug und das Beiseiteschaffen von Firmenvermögen vor – Wieser weist die Vorwürfe zurück.

Das Straflandesgericht Wien hat heute die U-Haft über den Ex-Kika/Leiner-Chef Hermann Wieser bis 14. Dezember 2026 verlängert. Das bestätigte eine Gerichtssprecherin gegenüber der APA. Wieser habe auf die Durchführung der Haftverhandlung verzichtet, seine Verteidigung könne noch Beschwerde gegen den Beschluss einbringen. Die WKStA wirft dem früheren Kika/Leiner-Chef unter anderem Betrug vor – Wieser bestreitet die Vorwürfe.

Vor gut zwei Jahren sorgte das Sturmtief „Boris“ für Schäden von über einer Milliarde Euro. Kika/Leiner bot damals unter Geschäftsführer Wieser einen Unwetter-Nachlass für Kund:innen von 20 Prozent an. Und das laut WKStA zu einem Zeitpunkt, als es dem Möbelhaus bereits an liquiden Mitteln mangelte. Viele Kund:innen hätten daraufhin in gutem Glauben neue Möbel angezahlt, diese aber nicht erhalten und das angezahlte Geld auch nicht zurückbekommen. Laut Staatsanwaltschaft sind zumindest 4.700 Kund:innen betroffen, die Schadensumme liege bei mindestens 15 Mio. Euro.

Zudem hegen die Ermittler:innen den Verdacht, dass der ehemalige Kika/Leiner-Manager kurz vor der Insolvenzeröffnung gezielt Vermögen der Möbelkette beiseitegeschafft habe, um die Befriedigung der zahlreichen Gläubiger:innen im Insolvenzverfahren zu vereiteln oder zu schmälern. Er soll Zahlungen für Rechnungen ohne adäquate Gegenleistungen freigegeben und so insgesamt 1,1 Mio. Euro abgezogen haben, so der Vorwurf.

Wiesers Anwalt, Gerhard Podovsovnik, hatte nach Festnahme seines Mandanten Ende August sämtliche Vorwürfe bestritten und dessen Freilassung gefordert. In einer Stellungnahme schreibt Podovsovnik, sein Mandant sei ein „Herzblutsanierer“, der „bis zuletzt mit aller Kraft um die Rettung und Sanierung des Unternehmens gekämpft“. Von einer persönlichen Bereicherung könne keine Rede sein. Für Wieser gilt die Unschuldsvermutung.

Die ehemals größte Möbelkette Österreichs schloss Anfang 2025 nach längerer Talfahrt ihre letzten Filialen. Zuvor hatte die mittlerweile pleitegegangene Signa des aktuell ebenso in U-Haft sitzenden Rene Benko die Kika/Leiner-Immobilien 2023 an den Grazer Immobilienentwickler Supernova verkauft und das operative Möbelgeschäft an Wieser abgegeben. Kurz darauf meldete das Unternehmen zum ersten Mal Insolvenz an. Nach der zweiten Insolvenz im November 2024 konnte das Management weder frische finanzielle Mittel noch einen Investor auftreiben, es folgte der Konkurs.

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