Wie Veränderung die digitale Zukunft sichert

In Kooperation mit Fabasoft.
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BABENBERGER PASSAGE in Wien. „It’s only natural“-Plakate und Murals stellen im D-A-CH-Raum das neue Konzept der Fabasphere vor.

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Misson Possible: Helmut und Fabian Fallmann erzählen, wie sich die traditionsreiche Fabasoft transformiert hat und was das den Kunden bringt. 

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Zu den Personen: 

Helmut Fallmann (r.) hat Fabasoft 1988 mitbegründet und ist bis heute CEO der börsennotierten Fabasoft Group, die Digitalisierungslösungen für Kunden im D-A-CH-Raum anbietet.

Fabian Fallmann (l.) ist seit mehr als zwei Jahren in der Fabasoft und heute als Managing Director tätig.

 © Julia Spicker, Fabasoft
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It’s only natural. Unwissende werden mit diesem Claim nicht direkt einen Softwareanbieter in Verbindung bringen. Was ist die Idee hinter dem Slogan?

Fabian Fallmann: 

Wir bringen mit diesem Claim auf den Punkt, wie sich Arbeiten heute anfühlen soll. Viele Unternehmen haben ja nicht das Problem, dass ihnen Software fehlt. Sie haben Anwendungen, Cloud-Dienste, Informationen und inzwischen auch KI, aber vieles davon arbeitet nebeneinander. Die Menschen werden selbst zur Schnittstelle, springen zwischen den Systemen hin und her, und das kostet Zeit und Ressourcen. Wir haben mit der Fabasphere ein Ökosystem geschaffen, in dem viele dieser Interaktionen wegfallen und das Arbeiten einfacher und natürlicher wird. 

trend.: 

Technologie verschwindet also immer weiter hinter den Kulissen, die Bedienung von Programmen braucht weniger Kenntnisse, richtig?

Fabian Fallmann: 

Wenn die Technologie immer anspruchsvoller wird, muss das User Interface einfacher werden, um die Komplexität dahinter natürlich erlebbar zu machen. Dafür haben wir einen KI-Assistenten entwickelt, der auch mit Befehlen in natürlicher Sprache umgehen kann. Dem kann ich etwa sagen: „Bitte generiere mir das Dokument und schicke es zu der Person zur Unterschrift“.

trend.: 

Zieht die Fabasoft damit agentische Abläufe in ihre Programme ein?

Helmut Fallmann: 

So könnte man das sehen. Wir sind mit einigen Kunden bereits in der Testphase und rechnen Anfang 2027 mit der offiziellen Release. Das wirkliche Spannende am heutigen Technologieeinsatz ist, dass der Schatz an Akten und Dokumenten in Zukunft immer wertvoller wird. Deshalb glaube ich auch, dass sich der Markt geirrt hat, in der Einschätzung „KI wird bestehende Softwareunternehmen umbringen“. Das Gegenteil ist der Fall. KI wird bestehende Unternehmen wie SAP oder Salesforce noch wertvoller machen, weil die KI diesen Bestand an Unternehmenswissen noch wertvoller macht.

trend.: 

Was macht Sie da so optimistisch?

Helmut Fallmann: 

Ein Sprachmodell kennt Sprache, aber noch lange nicht die Organisation. Es weiß nicht automatisch, welches Dokument verbindlich ist, wer worauf zugreifen darf, in welchem Prozess sich ein Vorgang befindet oder welche regulatorischen Vorgaben gelten. Genau dieser Kontext ist im Firmenumfeld entscheidend. Deshalb werden KI und Businesssoftware immer stärker zusammenwachsen. Die Intelligenz ist wichtig, aber sie muss auf einer vertrauenswürdigen digitalen Infrastruktur arbeiten.

trend.: 

Digitale Souveränität ist in Ihrem Unternehmen seit vielen Jahren Thema, lang bevor es ein wirtschaftspolitisches Anliegen wurde. Ist ein geändertes Mindset auch bei Auswahl der IT-Lieferanten bemerkbar?

Helmut Fallmann: 

Die Einstellung hat sich definitiv verändert, in der Industrie, aber auch in der Finanz- und Energiewirtschaft tut sich ganz viel. Die digitale Souveränität darf nicht als Abschottung verstanden werden, sondern als Autonomie. Globalisierung macht Sinn, aber jedes Unternehmen muss für seine Kernprozesse wissen, dass sie auch im Krisenfall noch funktionieren. 

Fabian Fallmann: 

Die Arbeit meines Vaters in Brüssel (Mitarbeit in Cloud- und Sicherheitsausschüssen, Anm,) war immer darauf fokussiert, Europa entscheidungsfähig zu halten und diese Abhängigkeit von den USA, oder wie es derzeit auch mit China diskutiert wird, zu reduzieren und als vereintes Europa zusammenzuhalten und europäische Produkte zu fördern. Das ist schon auch die Erwartungshaltung dieser Kampagne, dass sich Menschen mehr mit Technologie aus Europa beschäftigen. Das heißt nicht, dass alles hier produziert werden muss, aber das Herz, die wichtigsten Daten, sollten in einem System wie einer Fabasphere liegen, wo man sicher sein kann, dass das in europäischer Hand ist.

trend.: 

Viele Unternehmen und Organisationen durchlaufen gerade Krisen und treiben auch unter KI-Einsatz Transformationen voran. Das wirkt sich auf die Zusammenarbeit mit ihren Dienstleistern aus. Was hat sich geändert? Was bemerken Sie?

Fabian Fallmann: 

Viele Kunden wollen kein großes Projekt mehr machen, bei dem eine maßgeschneiderte Software für sie entwickelt wird, weil sie wissen, dass diese Software in zwei Jahren veraltet sein wird und der technologische Fortschritt voranschreitet. Mit uns haben sie Updatesicherheit, Wartungsunabhängigkeit und sind immer am letzten Stand. Mein Vater hat diese Entwicklung gesehen, lange bevor Kunden danach gefragt haben, zu einer Zeit, als das SaaS-Modell in Europa nicht weit verbreitet war.

Helmut Fallmann: 

Als wir begonnen haben, ging es darum, Papier und manuelle Abläufe durch digitale Prozesse zu ersetzen. Der elektronische Akt war ein Meilenstein dafür. Heute ist die Digitalisierung viel umfassender. Das Grundproblem ist aber erstaunlich konstant geblieben: Wie bringen wir die richtige Information im richtigen Moment zum richtigen Menschen und machen daraus einen verlässlichen Prozess?

trend.: 

Sie begleiten mit Ihren Produkten und Teams nicht nur die Transformation Ihrer Kunden. Was ändert sich bei Ihnen im Haus?

Helmut Fallmann: 

Wir haben in den letzten Jahren sieben Transformationsprojekte umgesetzt, und ein ganz besonderes schließen wir im Oktober mit dem Umstieg auf SAP S/4HANA ab. Damit haben wir Fabasoft Cloud, Microsoft-Welt und SAP voll integriert – und gewinnen damit unglaubliche Geschwindigkeit. Das ist wie der Umstieg auf einen AMG. Wir können damit von Quartals- auf Monatsabschlüsse gehen und gewinnen fünf bis sieben Tage an Ressourcen, in denen wir schneller fertig sind, weil wir viel rascher verlässliches Zahlenmaterial haben. 

trend.: 

Herr Fallmann, Ihr Sohn ist als Managing Director und Head of Revenue in diese Transformationen stark eingebunden. Wie läuft die generationenübergreifende Zusammenarbeit?

Helmut Fallmann: 

Fabian bringt sich stark und unglaublich verantwortungsvoll in diese Transformation ein, auch bei uns ändern sich Zuständigkeiten und Teams in der gesamten Organisation. Er hat sechs Jahre in den USA gelebt und von dort zwei essenzielle Dinge mitgebracht: Erfolg ist nichts, wofür man sich genieren muss, und Erfolg darf Freude machen. Besonders schön ist, dass diese Haltung auch in unseren Teams angekommen ist. Wir arbeiten wie vor 20 Jahren technologisch an der Weltspitze, aber auf einem ganz anderen Niveau als damals. Marc Benioff (Salesforce-CEO, Anm.) hat bei seiner letzten Konferenz gesagt, dass er jetzt anfängt, alle Dinge, die sie zugekauft haben und die nicht ordentlich in ihr Ökosystem integriert sind, neu zu schreiben. Das haben wir immer schon so gehalten: Jede Akquisition (Xpublisher, OneGov, Boards, Anm.), die wir gemacht haben, haben wir so umgebaut, dass sie für unsere Kunden nahtlos und einfach zu nutzen sind.

Fabian Fallmann: 

Darf ich dazu was anmerken? Was meinen Vater am meisten auszeichnet, ist sicher, dass er in der Fabasoft nie den leichtesten Weg, sondern den sinnvollsten gewählt hat. Heute haben alle im Haus ein Verständnis dafür, wieso wir das tun. Unsere Teams spüren, dass dieser Premiumanspruch die Extrameile ist, die die Kunden und uns selbst am weitesten bringt.

trend.: 

Wie setzen Sie die KI selbst im Unternehmen ein? Wo führt uns das Arbeiten mit KI perspektivisch hin?

Helmut Fallmann: 

KI ist für uns kein Thema, das erst mit dem Hype begonnen hat. Mit Mindbreeze beschäftigen wir uns seit vielen Jahren damit, wie Informationen intelligent erschlossen und im richtigen Kontext verfügbar gemacht werden können. Neu ist vor allem die Geschwindigkeit, mit der sich die Möglichkeiten entwickeln, und die Breite, in der Menschen heute mit KI in Berührung kommen.

Fabian Fallmann: 

Ich glaube, wir stehen vor einer grundlegenden Veränderung in der Art, wie Menschen mit Business-Software interagieren. Heute lernen Menschen im Grunde noch die Logik der Software: Welches System muss ich öffnen? Wo finde ich die Information? Welchen Prozess starte ich? Mit KI dreht sich dieses Verhältnis zunehmend um. Der Mensch formuliert sein Ziel, und die Technologie bringt im Hintergrund einfach Kontext, Information und Prozessschritte zusammen.

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