
Im Vergleich zu historischen Spekulationsblasen ist die KI-Rallye nicht problematisch, analysiert Horst Maier, Leiter der BKS Investment & Wealth Management.


Horst Maier, Leiter der BKS Investment & Wealth Management
© Michael SchulteHeute können einzelne Tweets - egal ob wahr oder Fake – die Märkte bewegen. Wie geht man mit dieser Unsicherheit um?
Es stimmt sicher, kurzfristige Marktbewegungen werden stärker von Stimmungen und Nachrichten getrieben als früher – mitunter von einzelnen Tweets. Umso wichtiger ist es, sich nicht von jeder Schlagzeile aus der Ruhe bringen zu lassen.
Was bedeutet das konkret für private Anleger?
Entscheidend ist, investiert zu sein und eine klare Strategie zu verfolgen. Wer sein Portfolio sinnvoll diversifiziert sowie regelmäßig evaluiert und investiert, reduziert Risiken. Gleichzeitig sollte man sich bewusst sein, dass Schwankungen dazugehören – sie sind kein Grund, die Strategie ständig zu ändern.
Es wird viel darüber diskutiert, ob wir uns in einer KI-Blase befinden. Ihre Einschätzung?
Die Sorge ist berechtigt. Der enorme Kapital- und Technologiebedarf wirft die Frage auf, ob sich KI langfristig wirtschaftlich rechnen kann. Wir sehen aber aktuell keine unmittelbare Blasengefahr.
Warum nicht?
Die Spekulationsblasen der letzten 100 Jahre haben sich im Schnitt innerhalb von 2,5 Jahren aufgebaut und haben zu einer Wertsteigerung des jeweiligen Index von etwa 240 % geführt. Die aktuelle KI-Rallye dauert bereits mehr als drei Jahre an und die Wertentwicklung liegt mit 140 % deutlich unter den Werten der historischen Blasen. Die Volatilität wird aber hoch bleiben, und nicht jedes KI-Unternehmen wird überleben.
Die österreichischen Haushalte haben rund 330 Mrd. Euro auf Giro- und Sparkonten liegen, der Großteil davon nahezu unverzinst. Nur rund 211 Mrd. Euro sind in Wertpapieren investiert. Wie wirkt sich das langfristig aus?
Wer sein Geld über viele Jahre einfach am Konto liegen lässt, verliert schleichend an Kaufkraft. Ein bildhafter Vergleich: Hatten Sie vor 15 Jahren genug Geld, um sich eine Mercedes S-Klasse zu leisten, können Sie sich die neue S-Klasse immer noch leisten, wenn Sie eine Veranlagung mit 50 % Aktien und 50 % Anleihen gewählt haben. Lag das Geld hingegen unverzinst am Sparbuch, müssten Sie sich mit einem deutlich günstigeren Mittelklasse-Auto zufriedengeben. Das Renditedelta zwischen Sparbuch und diversifizierten Wertpapieren führt langfristig aber auch zu schwächerer Altersvorsorge, verzögerter Eigentumsbildung, weniger Risikokapital für Unternehmen – ergo geringere Produktivität und Wachstum in der gesamten Volkswirtschaft.
Viele Anleger fragen sich: Soll ich selbst entscheiden oder Fachleute entscheiden lassen?
Das hängt stark vom persönlichen Zugang ab. Wer zwar einen Sparring-Partner möchte, sich aber selbst intensiv mit Märkten beschäftigt und am Ende eigenständig entscheiden will, findet bei uns mit Brokerage das perfekte Angebot. Wer sich hingegen selbst nicht im Detail mit allen Marktentwicklungen beschäftigen will, ist bei unserer individuellen Vermögensverwaltung optimal aufgehoben. Viele Kunden schätzen genau diese „Geborgenheit“.
Marketingmitteilung
Die Angaben dienen lediglich der unverbindlichen Information und ersetzen keinesfalls die Beratung für den An- oder Verkauf von Wertpapieren. Die Angaben stellen weder ein Angebot noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf der hier erwähnten Veranlagungen bzw. (Bank-)Produkte dar. Veranlagungen in Wertpapieren bergen Risiken, bis hin zum Totalverlust samt Kaufspesen.