
Oliver Schütz soll per 1. November Helmut Ettl an der Spitze der Finanzmarktaufsicht nachfolgen.
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Die Nationalbank (OeNB) hat mit Oliver Schütz einen neuen Co-Vorstand für die Doppelspitze der Finanzmarktaufsicht (FMA) nominiert. Schütz ist aktuell Bereichsleiter Bankenabwicklung in der FMA und soll per 1. November Helmut Ettl an der FMA-Spitze ersetzen, wie die OeNB am Dienstag in einer Aussendung schreibt. Ettl, der die Behörde zur Zeit zusammen mit Co-Vorständin Mariana Kühnel leitet, soll im Herbst als Exekutivdirektor zum Internationalen Währungsfonds (IWF) wechseln.
Schütz bringe „umfassende Expertise in der Finanzmarktaufsicht und -regulierung sowie langjährige Führungserfahrung mit und erfüllt die für die Funktion erforderlichen fachlichen und persönlichen Voraussetzungen in besonderem Maße“, hieß es in der Mitteilung. Der studierte Jurist ist aktuell Leiter des Bereichs Bankenabwicklung in der FMA, zuvor war er unter anderem für die Erste Group und die Bank Austria tätig gewesen. Außerdem wurde er vor zwei Jahren zum Chairman des Abwicklungsausschusses der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde (EBA) gewählt.
Regierungsprogramm sieht SPÖ-Vorschlagsrecht vor
Das FMA-Gesetz sieht vor, dass jeweils ein Co-Vorstand vom Finanzminister und einer von der OeNB nominiert wird. Im Fall der Ettl-Nachfolge ist die OeNB am Zug. Inwiefern die Politik trotzdem bei der Entscheidung für Schütz mitgemischt hat, ist nicht ganz klar. Laut dem Regierungsprogramm, in dem auch die Besetzung wichtiger Posten geregelt wurde, fällt SPÖ-Vizekanzler Andreas Babler das Recht zu, Ettls Nachfolger zu bestimmen, nachdem zuvor ÖVP-Kanzler Christian Stocker im Fall von Kühnel am Zug gewesen war.
Die Amtszeit beträgt fünf Jahre. Unter 16 Bewerbungen für den Posten seien drei Personen zum Hearing eingeladen worden, schreibt die OeNB. Das OeNB-Direktorium habe sich einstimmig für Schütz ausgesprochen. Nach der Nominierung - wie vom Gesetz vorgesehen - durch die OeNB, erfolgt die Bestellung des FMA-Vorstands formell durch den Bundespräsidenten auf Vorschlag der Bundesregierung.