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Belastet wurden die Märkte einmal mehr von den hohen Anleihenrenditen und Anstiegen der Ölpreise. Das schürte an den Finanzmärkten die Ängste vor Inflation und damit auch gegensteuernden Zinserhöhungen der Notenbanken. Die am Vorabend gemeldeten Quartalszahlen von Micron waren zwar gut ausgefallen, stützten die Technologiewerte aber nur leicht.
Stark unter Druck kamen nach Ankündigung einer Kapitalerhöhung Lenzing-Aktien und verloren 6,3 Prozent. Der Faserkonzern braucht für seine Neuausrichtung Geld und zapft dafür den Kapitalmarkt an. Über eine Barkapitalerhöhung mit Bezugsrechten streben die Oberösterreicher 300 Mio. Euro an.
Schwach zeigten sich auch die Bankschwergewichte Erste Group und RBI und verloren 4,5 bzw. 5,6 Prozent. Auch an anderen Börsen in Europa gaben Bankwerte teilweise deutlich nach. Unter den weiteren Verlierern fanden sich Palfinger mit einem Minus von 3,3 Prozent. Der Kranhersteller hatte am Vortag eine Wertberichtigung des Russland-Geschäfts von 135 Mio. Euro gemeldet.
Europäische Aktien von Halbleiterkonzernen profitierten nur moderat von den am Vorabend gemeldeten Rekordergebnissen des US-Branchenkollegen Micron. In Wien stiegen die Aktien des Leiterplattenherstellers AT&S um 0,8 Prozent und waren damit die einzigen Gewinner im ATX.
Die Aktien von Andritz und Kapsch TrafficCom fielen trotz der Meldung von neuen Aufträge für die beiden Unternehmen um 1,7 bzw. 2,0 Prozent. Der Technologiekonzern Andritz hat den Auftrag erhalten, vier Turbinen-Generator-Maschinensätze für das 600 MW-Wasserkraftwerk Khorlochhu in Bhutan zu liefern. Es wird voraussichtlich jährlich rund 2,524 Terawattstunden Strom erzeugen. Der Auftragswert liegt im "oberen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich", teilte der Konzern mit.
Der Mautspezialist Kapsch TrafficCom hat einen Auftrag vom US-Bundesstaat Kalifornien erhalten und soll Mautsystem und Kundenservice zweier Straßen zusammenführen. Der Auftragswert beläuft sich laut dem Unternehmen auf 170 Mio. Euro bis 2041.
EVN-Aktien fielen nach Ankündigung eines Investitionsprogramms um 1,7 Prozent. Der Energieversorger will bis 2030 jährlich eine Milliarde Euro investieren. Für 2030 plant der Konzern zudem einen operativen Gewinn (EBITDA) von 1,2 Mrd. Euro zu erwirtschaften und eine Dividende von mindestens 1,1 Euro je Aktie auszuschütten. Investieren will man vor allem in Netzinfrastruktur, den Ausbau von erneuerbaren Energien, Speicherlösungen und E-Ladeinfrastruktur, gab EVN am Donnerstag anlässlich seines Kapitalmarkttages bekannt.
WIEN - ÖSTERREICH: FOTO: APA/APA/ROLAND SCHLAGER/ROLAND SCHLAGER