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Die Pläne von Bankchef Jamie Dimon für das laufende Jahr fielen indes höher aus als von Branchenexperten im Schnitt erwartet. So stellte der Manager einen Zinsüberschuss von rund 103 Milliarden Dollar in Aussicht. Von der Nachrichtenagentur Bloomberg befragte Analysten hatten im Schnitt nur mit gut 100 Milliarden gerechnet.
Im abgelaufenen Jahr steigerte JPMorgan die gesamten Erträge um drei Prozent auf 182,4 Milliarden Dollar und übertraf damit die Erwartungen von Analysten. Der Zinsüberschuss wuchs im gleichen Maß auf 95,4 Milliarden Dollar. Unter dem Strich verdiente die Bank gut 57 Milliarden Dollar. Wegen der Belastungen durch die Übernahme des Apple-Kartengeschäfts verfehlte JPMorgan damit den eigenen Rekordgewinn aus dem Vorjahr um zwei Prozent.
"Die US-Wirtschaft hat sich als widerstandsfähig erwiesen", sagte Dimon in einer Mitteilung. Der Arbeitsmarkt habe sich zwar abgeschwächt, die Lage scheine sich aber insgesamt nicht zu verschlechtern. Die Verbraucher gäben weiterhin Geld aus und die Unternehmen seien im Allgemeinen gesund. Die Ergebnisse großer Banken wie JPMorgan gelten als wichtiger Indikator für die Verfassung der US-Wirtschaft.
Die Erträge im Handelsgeschäft kletterten im vierten Quartal um 17 Prozent. Dabei legten die Einnahmen im Handel mit festverzinslichen Wertpapieren um sieben Prozent zu, während die im Aktienhandel um 40 Prozent in die Höhe schnellten. Hintergrund waren starke Schwankungen an den Finanzmärkten. Sorgen über eine Blasenbildung bei KI-Aktien und die Unsicherheit über künftige Zinssenkungen durch die US-Notenbank Federal Reserve hatten Anleger zu Umschichtungen ihrer Portfolios bewogen.
Im Investmentbanking sanken die Gebühren im Schlussquartal zwar um fünf Prozent im Vergleich zum starken Vorjahr. Banker zeigen sich jedoch optimistisch für das laufende Jahr, angetrieben von Aktienmärkten auf Rekordniveau und der Erwartung von Zinssenkungen. JPMorgan baute seine Stellung als weltweit führende Investmentbank aus und beriet bei mehreren milliardenschweren Fusionen und Übernahmen. Dazu zählten der Verkauf von Studio- und Streaming-Vermögenswerten von Warner Bros Discovery an Netflix sowie die Übernahme von Kenvue durch Kimberly-Clark.