Stellantis plant Entlassungen: Gewerkschaft fordert Klarheit

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Stellantis im Clinch mit der Gewerkschaft
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Der italienisch-französische Automobilkonzern Stellantis will im polnischen Werk Tychy, einem seiner wichtigsten Produktionsstandorte in Europa, Stellen abbauen. Die Entscheidung, die den Gewerkschaften mitgeteilt wurde, betrifft rund 740 Mitarbeiter - fast ein Drittel der Belegschaft. Ab März soll zudem die dritte Produktionsschicht gestrichen werden.

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Die polnische Gewerkschaft Solidarnosc Slesia-Dabrowa hat daraufhin in einem Schreiben direkt an Exor, die Holding von Stellantis-Hauptaktionär John Elkann, appelliert. Sie fordert eine klare öffentliche Stellungnahme zur Zukunft des Werks. In dem Schreiben kritisiert die Gewerkschaft den Dialog mit der lokalen Unternehmensführung und bemängelt, dass strategische Entscheidungen ohne echte Einbindung der Arbeitnehmervertretung getroffen würden, berichtete die Mailänder Wirtschaftszeitung "Milano e Finanza" am Mittwoch.

Solidarnosc warnt zudem vor weitreichenden Folgen: Das Werk arbeitet mit 58 Zulieferbetrieben zusammen, der Produktionsrückgang könnte "tausende Arbeitsplätze in der gesamten Region Schlesien" gefährden. Solidarnosc fordert Abfertigungen von bis zu 36 Monatsgehältern, vergleichbar mit bisherigen Regelungen in anderen europäischen Stellantis-Werken. Die Unternehmensleitung schlägt dagegen maximal 24 Monatsgehälter für Beschäftigte mit über 30 Jahren Betriebszugehörigkeit vor.

"Die Frage der Abfindung für langjährige Mitarbeiter ist sehr wichtig für uns", erklärte Grzegorz Maslanka, Vorsitzender von Solidarnosc Fca Poland in Tychy. Weitere Verhandlungen mit Stellantis zu den freiwilligen Abgängen sind dieser Tage geplant. Das Werk produziert Alfa Romeo Junior, Jeep Avenger und Teile der Fiat 600. Ohne Einigung könnte das Unternehmen nach Angaben der Gewerkschaft einseitige Kündigungen beschließen.

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