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Unter dem Strich kehrte der Konzern im Schlussquartal wieder in die schwarzen Zahlen zurück, nachdem im Vorjahr unter anderem wegen höherer Kosten noch ein Verlust angefallen war. Im Gesamtjahr verdiente ArcelorMittal 3,2 Mrd. Dollar, und damit fast das Zweieinhalbfache des Vorjahreswerts. Die Nachrichten kamen an der Börse gut an, die Aktie stieg um Handelsstart zwei Prozent.
Die Pläne für eine Verschärfung der protektionistischen Maßnahmen gegen Stahlimporte nach Europa begrüßte der Stahlhersteller unterdessen erneut. "Geringere Importe werden zu einer höheren Kapazitätsauslastung führen und die Rentabilität und Kapitalrendite wieder auf ein gesundes, nachhaltiges Niveau bringen", hieß es in der Mitteilung. Höhere Zölle würde die Aussichten für die gesamte europäische Stahlindustrie strukturell verändern. Ähnlich hatte sich ArcelorMittal bereits vor einigen Monaten geäußert.
Die EU-Kommission hatte im Oktober eine deutliche Reduzierung der zollfreien Einfuhrmengen für Stahl vorgeschlagen, für Einfuhrmengen oberhalb der Quote soll sich der Steuersatz auf 50 Prozent verdoppeln. Geplant sind die neuen Zölle für Juli, müssen aber noch vom EU-Parlament gebilligt werden. Europa will sich mit den höheren Zöllen vor allem gegen billigere Importe aus China schützen. Nachdem bereits USA, Indien und Lateinamerika strengere Schutzmaßnahmen in Gang gesetzt haben, gibt es Sorgen vor einer Überschwemmung der europäischen Märkte mit Stahl aus der Volksrepublik. China ausgeklammert, schätzt ArcelorMittal, dass der weltweite Stahlverbrauch im laufenden Jahr um zwei Prozent zulegen dürfte.