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Österreichweit sind laut ÖGK-Stellenplanmonitoring (https://go.apa.at/3d99tVj6) - Stand 1. August - 94 Allgemeinmedizinplätze nicht besetzt oder gebunden (also bereits vergeben oder reserviert). Bei den Fachärzten sind es 92. Größer ist die Lücke in der Zahnmedizin, wo der Besetzungsstand rund 91 Prozent beträgt und 242 Plätze zu haben wären. Bei den anderen Fachgebieten zeigen sich die größten Lücken in der Kieferorthopädie (90 Prozent Besetzungsgrad), bei Haut- und Geschlechtskrankheiten (91 Prozent) und in der Frauenheilkunde (92 Prozent). Besser ist der Besetzungsgrad mit 96 Prozent etwa im viel diskutierten Mangelfach Kinder- und Jugendpsychiatrie - was aber wohl daran liegt, dass es hier bundesweit nur 53,5 Planstellen gibt.
In einer jüngst an die FPÖ ergangenen Anfragebeantwortung hat sich Gesundheitsministerin Schumann zu der Materie geäußert. Österreich verfüge im niedergelassenen Bereich über ein dichtes Versorgungsnetz, heißt es darin. Nicht von der Hand zu weisen sei, dass es zu Nachbesetzungs- und Verteilungsproblemen komme, was mit dem Generationenwechsel und - vor allem bei den Jüngeren - dem Wunsch nach einer ausgeglichenen Work-Life-Balance, flexiblerer Freizeitgestaltung und mehr Zeit für die Familie zu tun habe.
Als Maßnahme zur Sicherstellung der medizinischen Versorgung in ländlichen Regionen führt Schumann darin vor allem den Ausbau der Primärversorgung an. Als bereits gesetzte Maßnahmen nannte sie vor allem die vom Bund finanzierten 100 zusätzlichen Vertragsstellen in acht Fachgebieten sowie den Startbonus für schwer besetzbare Stellen von bis zu 100.000 Euro in den Jahren 2023/2024. Nicht zuletzt verwies sie auch auf den für die Jahre 2026 bis 2030 geschaffenen Gesundheitsreformfonds, durch den jährlich mehr als 300 Mio. Euro zur Verfügung stehen, davon 182 Mio. Euro für die Primärversorgungszentren und weitere geplante Vergemeinschaftungsformen.
Einen österreichweit deutlichen Ausbau der ambulanten und niedergelassenen Versorgungsstrukturen stellte auch die ÖGK selbst in einer schriftlichen Stellungnahme gegenüber der APA in Aussicht. Insgesamt entspreche dieser einem Zuwachs von rund 380 sogenannten Sachleistungsstellen (einer Art Vollzeitäquivalent) bzw. ca. 3,7 Prozent gegenüber dem bisherigen Versorgungsangebot.
Basis für den Ausbau der Versorgung sei der prognostizierte Bedarf an medizinischen Leistungen für alle Fachgebiete und Regionen in jedem Bundesland. Die ÖGK habe dazu mit den Bundesländern auf Basis des Österreichischen Strukturplanes Gesundheit sogenannte Regionale Strukturpläne Gesundheit (RSG) 2030 entwickelt. Grundlage seien dabei wissenschaftlich fundierte Bedarfsberechnungen, die unter anderem die demografischen Entwicklungen, die regionalen Versorgungsdichten, Erreichbarkeiten, den medizinischen Fortschritt sowie die Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen berücksichtigen. In jedem Bundesland seien diese RSG in den Landeszielsteuerungskommissionen beschlossen und von den Ländern per Verordnung für verbindlich erklärt worden.
Wie die ÖGK weiter erklärte, sei neben dem quantitativen Ausbau selbst besonderes Augenmerk darauf gelegt worden, neue und innovative Versorgungsangebote neben klassischen Einzelordinationen und Gruppenpraxen zu etablieren. Dazu zählten insbesondere 126 neue Primärversorgungseinheiten für Basisversorgung sowie 37 fachärztliche Zentren. Bei den Facharztzentren gehe es um die Konzentration eines spezifischen Angebotes für bestimmte Bevölkerungsgruppen, Krankheitsbilder und Chronikerversorgung mit einem hohen Grad an Spezialisierung, erweiterten Öffnungszeiten und einer umfassenden Struktur. "Damit werden moderne Versorgungsangebote geschaffen, die eine umfassende Betreuung ermöglichen", wurde betont.