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Zu Handelsende notierte der Euro-Stoxx-50 mit einem Plus von 1,25 Prozent bei 5.956,17 Punkten. Der DAX stieg um 1,20 Prozent auf 24.856,47 Zähler. In Paris gewann der CAC-40 um 0,99 Prozent auf 8.148,89 Einheiten. In London ging der FTSE-100 um 0,12 Prozent fester bei 10.150,05 Punkten aus dem Handel.
Die Drohung durch neue US-Zölle gegen acht europäische Länder ist nach einem Treffen des US-Präsidenten Donald Trump mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte wieder vom Tisch. Trump hat mit Rutte einen Rahmen für eine zukünftige Vereinbarung über Grönland und die gesamte Arktisregion gesteckt - daher sollen doch keine Zölle kommen. Nur wenige Stunden zuvor hatte das EU-Parlament im Gegenzug zu Trumps Drohung noch die Ratifizierung des Handelsdeals mit den USA gestoppt.
Gefragt waren die Autowerte. Marktteilnehmer reagierten mit Erleichterung darauf, dass US-Präsident Donald Trump nicht erneut die Zollkeule einsetzt. Dies hätte den exportorientierten Sektor, der so schon mit einer ganzen Reihe von Problemen zu kämpfen hat, hart getroffen. VW gefiel zudem mit Aussagen zum Barmittelfluss, der im Konzernbereich Automobile 2025 überraschend hoch ausgefallen war. Die Aktien stiegen um deutliche 6,5 Prozent.
Konsolidierungsfantasie hat den Sektorindex der Telekom-Werte zu einem der Spitzenreiter in der europäischen Branchenwertung gemacht. Die Richtung vor beim Anstieg des Stoxx Europe 600 Telecommunications um zuletzt zwei Prozent gaben zum einen die Aktien von Telenor vor, die an der Euronext-Börse in Oslo um etwa sieben Prozent anzogen. Das Unternehmen aus Norwegen hat dem Verkauf seiner Anteile am thailändischen Telekommunikationsunternehmen True an Arise Digital Technology für umgerechnet knapp 3,4 Milliarden Euro zugestimmt.
In Bewegung ist die Branche aber auch in Frankreich, wo sich die Titel von Orange in Paris mit fast vier Prozent Plus positiv abhoben. Bouygues stiegen dort außerdem um 2,4 Prozent. Berichten zufolge soll ein Konsortium aus den Unternehmen Bouygues, Iliad und Orange dazu bereit sein, den Preis für den Kauf des französischen SFR-Netzes auf 20 Milliarden Euro zu erhöhen.
Gefragt waren zudem Technologiewerte und besonders Titel aus dem Halbleiterbereich. ASML stiegen um rund 1,9 Prozent und folgten damit den Vorgaben aus den USA und Asien.
An der Kursrally unbeteiligt waren Rüstungsaktien, die nach den geopolitischen Entspannungssignalen unter weiteren Gewinnmitnahmen litten. Rheinmetall, Thales und Saab verloren zwischen 3,4 und 4,3 Prozent.
A display showing the German Stock Market Index DAX is pictured at the stock exchange in Frankfurt, Germany, on May 12, 2025. (Photo by Daniel ROLAND / AFP)