
von
"Die Konjunkturbelebung setzt sich fort", erklärte Ifo-Chef Clemens Fuest. "Die Daten deuten aber auf ein gutes viertes Quartal hin", sagte Ifo-Konjunkturexperte Klaus Wohlrabe. "Die deutsche Wirtschaft fasst zunehmend Tritt. Sie arbeitet sich kontinuierlich aus dem Tal heraus." Die Industrie sei dabei eine Stütze, vor allem die Elektroindustrie und der Maschinenbau. Weniger rund laufe es in der energieintensiven Industrie.
Der deutsche Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) hatte zuletzt mehrfach betont, dass Deutschland dank der hohen Investitionen des Staates wirtschaftlich zurück sei. Wohlrabe relativierte dies: "Deutschland kämpft sich zurück, ist aber noch nicht wieder vorne dabei."
Ein Problem bleibt die hohe Inflation, die den Konsum hemmt. Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute rechnen 2027 noch mit einer Teuerung in Deutschland von 3,2 Prozent, deutlich über der von der EZB für den Euroraum angestrebten Marke von zwei Prozent. "Die Inflation dürfte hartnäckig bleiben, sodass die EZB darauf reagieren müsste", sagte Wohlrabe. "Der Konsum fällt damit als Lokomotive erst einmal aus."
Zuletzt hatte die Umfrage des Finanzdienstleisters S&P Global unter Einkaufsmanagern signalisiert, dass die deutsche Wirtschaft an Schwung verloren hat. Dabei verlangsamte sich das Wachstum der Dienstleister, während es sich in der Industrie beschleunigte.
Insgesamt stehen in Deutschland die Zeichen auf eine konjunkturelle Erholung, angeschoben vor allem durch mehr staatliche Ausgaben für Infrastruktur und Verteidigung. Experten und die deutsche Regierung erwarten 2026 mehr als ein Prozent Wachstum. Weil die privaten Investitionen aber noch verhalten sind, sprechen die meisten Ökonomen noch nicht von einem nachhaltigen und sich selbst tragenden Aufschwung.
MÜNCHEN - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/APA/dpa/Leonie Asendorpf