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Nachfolger an der Spitze der Eignerin der Elektronikhandelsketten MediaMarkt und Saturn soll der bisherige Ceconomy-Finanzvorstand Remko Rijnders werden. Das Präsidium des Aufsichtsrats sprach sich für den Niederländer aus. Am Donnerstag soll das Kontrollgremium dann über die Chef-Frage beraten. Der 57-jähirge Deissner war seit Februar 2023 Finanzchef bei Ceconomy und war im Mai 2025 auf den Chefposten gerückt. Er folgte damals auf Karsten Wildberger, der als Minister ins Kabinett von Bundeskanzler Friedrich Merz gewechselt war. Einen neuen Chefposten strebt Deissner nicht an.
In der Vergangenheit hatte es nach Streitigkeiten unter den Eignern, verfehlten Prognosen und Strategiedebatten bei Ceconomy immer wieder überraschende Wechsel im Management gegeben. Unter Wildberger und Deissner war die Holding dann auf den Wachstumspfad zurückgekehrt. "Jetzt machen wir mal das, was normale Firmen machen, wir gestalten einen Übergang von einem Management zu einem anderen, und zwar gestalten wir den, er passiert nicht einfach", sagte Deissner.
Mit dem Vollzug der Übernahme durch JD.com rechne er noch im ersten Halbjahr, sagte Deissner. Mit diesem Schritt habe seine Entscheidung nichts zu tun, betonte der Manager. "Diese Firma steht stabil und positiv da", unterstrich er. Die bisherigen Gespräche mit JD.com seien "sehr konstruktiv". "Sie geben mir Zuversicht, dass die Entscheidung, diese Partnerschaft einzugehen, die absolut richtige war", sagte er. "Wir setzen hier seit drei Jahren eine Strategie um, die sich durch diese Partnerschaft nicht ändert", fügte er hinzu: "Das gilt logischerweise dann auch unter dem neuen Management."
Ceconomy werde zusammen mit JD.com weiter wachsen, ist sich Deissner sicher. Vor allem in den Bereichen Logistik und Technologie wolle Ceconomy von JD.com profitieren. "Über die Partnerschaft haben wir Zugriff auf Technologien, auf weltweit führendes Einzelhandelswissen und auf Lieferketten, die weltweit ihresgleichen suchen." Ein Sprecher von JD.com sagte, dass man die Entscheidung Deissners respektiere. "Ohne sein Engagement wäre diese Transaktion in dieser Form nicht möglich gewesen", ergänzte der Sprecher.
JD.com hat sich bereits eine Gesamtbeteiligung von 85,2 Prozent an den Düsseldorfern gesichert, letzte Genehmigungen der Behörden für die Übernahme stehen noch aus. Letztlich will der im Online-Handel groß gewordene chinesische Konzern Ceconomy von der Börse nehmen. JD.com erhält durch die Übernahme Zugriff auf große Online-Shops sowie über 1.000 Filialen und kann im Wettbewerb mit Alibaba oder Amazon das Europageschäft ausbauen. Ceconomy beschäftigt rund 48.000 Menschen, etwa 17.000 davon in Deutschland. MediaMarkt Österreich erzielte mit 56 Standorten und dem Online-Geschäft im Geschäftsjahr 2024/25 einen Umsatz von 1,3 Mrd. Euro (+0,6 Prozent). Die Mitarbeiterzahl hierzulande belief sich zuletzt auf rund 2.400.