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Nach Prüfung des Mitte März 2026 von der B&C-Gruppe angekündigten Angebots durch die Übernahmekommission ist nun die Angebotsunterlage veröffentlicht worden. Wesentliche Eckdaten sind bereits bekannt: B&C bietet 15 Euro je Aktie in bar. Das entspreche einer Prämie von 25,2 Prozent auf den Schlusskurs beziehungsweise von 17,2 Prozent auf den volumengewichteten Durchschnittskurs der letzten sechs Monate vor Veröffentlichung der Angebotsabsicht im März.
B&C will Semperit komplett übernehmen. Das Offert gilt für bis zu 8,542.034 auf Inhaber lautende Stückaktien und ist somit bis zu gut 128 Mio. Euro schwer. Das Übernahmeangebot unterliege aber keiner Mindestannahmeschwelle und sei kein Delisting-Angebot, hieß es weiters.
Es gibt allerdings eine aufschiebende Bedingung: der Wiener Börsenindex ATX (Austrian Traded Index) darf bis zum Ende der Annahmefrist "nicht an drei aufeinanderfolgenden Börsetagen unter den Wert von 2.671,68 Punkten fallen". Das entspräche einem Kurseinbruch um rund 50 Prozent zum Schlusskurs vor Veröffentlichung des Übernahmeplans.
Semperit hatte im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 einen massiven Gewinneinbruch erlitten, wie am 18. März bekanntgegeben wurde. Unter dem Strich schrumpfte der Gewinn um mehr als 96 Prozent auf nur noch 0,4 Mio. Euro - bei einem Umsatz von 662,4 Mio. Euro (plus 2,1 Prozent). Die Dividende wurde gestrichen - für 2024 waren noch 50 Cent je Aktie ausgeschüttet worden.
Fast zeitgleich mit der Ergebnisbekanntgabe unterbreitete der Mehrheitseigner B&C den vorliegenden Plan zur Übernahme - "wohl für alle überraschend", wie der Präsident des Interessenverbands für Anleger (IVA), Florian Beckermann, damals zur APA sagte. Am Tag der Ankündigung ging der Aktienkurs von Lenzing um knapp 24 Prozent nach oben.